Verbrauchergruppe fordert einheitliche Deckelung bei Stromverlusten
EditEin Haushalt mit einem Verbrauch von 200 Kilowattstunden (kWh) zahlt bei einem privaten Versorger maximal 140 Pesos für Systemverluste, basierend auf Abrechnungsdaten vom Januar 2026. Bei einer Elektrizitätsgenossenschaft können für denselben Verbrauch bis zu 280 Pesos anfallen. Diese Diskrepanz ist das Ergebnis unterschiedlicher Obergrenzen für Systemverluste bei Stromverteilern.
Die Verbrauchergruppe Cebu Electricity Rights Advocates (CERA) fordert deshalb von der staatlichen Energieregulierungsbehörde Energy Regulatory Commission (ERC) und der nationalen Regierung eine Überprüfung der geltenden Obergrenzen. CERA schlägt vor, eine einheitliche Deckelung von 5,5 Prozent für sowohl private Verteilungsunternehmen als auch für Elektrizitätsgenossenschaften einzuführen.
VECO und die Mactan Electric Company (MECO) lediglich bis zu 5,5 Prozent ihrer Systemverluste über die Verbraucher abrechnen. Im Gegensatz dazu ist es Elektrizitätsgenossenschaften wie CEBECO I, II und III erlaubt, bis zu 12,5 Prozent dieser Verluste auf die Kunden umzulegen. Nathaniel Chua, der Koordinator von CERA, erklärte, dass diese hohen Obergrenzen bei den Genossenschaften ein Hauptgrund für steigende Strompreise seien.
Unter Systemverlusten versteht man den Strom, der während der Verteilung verloren geht. Dies geschieht durch technische Faktoren wie Wärmeentwicklung in den Leitungen oder durch nicht-technische Ursachen wie Stromdiebstahl und illegale Anschlüsse. Die Verluste würden direkt an die Verbraucher weitergegeben, was zu unverhältnismäßig hohen Rechnungen führe.
CERA warnt zudem vor den langfristigen Folgen für die Infrastruktur. Die aktuelle Politik könne die finanzielle Stabilität der Genossenschaften untergraben. Wenn die tatsächlichen Verluste die 12,5-Prozent-Grenze überschreiten, müssen die Genossenschaften diese Kosten selbst tragen. Dies entziehe Mittel, die eigentlich für notwendige Systemverbesserungen, Wartungen und Personal vorgesehen sind.
In seiner jüngsten Ansprache an die Nation (State of the Nation Address, SONA) hatte Präsident Ferdinand Marcos Jr. den Kongress bereits dazu aufgerufen, das Gesetz zur Reform der Stromindustrie (Electric Power Industry Reform Act, Epira) zu ändern. Ziel sei es, die Weitergabe von Systemverlustgebühren an die Endverbraucher vollständig abzuschaffen. Laut Chua entstehe so ein Teufelskreis, in dem veraltete Leitungen zu höheren Verlusten führen, weil das Budget für Modernisierungen fehlt.




