USA fordern Auslieferung von Apollo Quiboloy an
EditDie US-Regierung hat die formelle Auslieferung des Gründers der religiösen Gemeinschaft KOJC, Pastor Apollo Quiboloy, an die Vereinigten Staaten beantragt. Wie der philippinische Botschafter in den USA, Jose Manuel Romualdez, am Donnerstag bestätigte, strebt das US-Außenministerium eine schnellstmögliche Überstellung des Evangelisten an, da gegen ihn in den USA zahlreiche Verfahren laufen.
Der Auslieferungsantrag bezieht sich auf eine Anklage aus dem Jahr 2021 in Kalifornien. Quiboloy wird dort unter anderem der Sexhandel mit Minderjährigen, Betrug sowie der Schmuggel von Bargeld vorgeworfen. Das DFA bestätigte den Erhalt des Antrags und DOJ weitergeleitet.
Die rechtliche Umsetzung der Auslieferung hängt maßgeblich von der Entscheidung des DOJ ab, da Quiboloy auch in den Philippinen mit verschiedenen Strafverfahren konfrontiert ist. Laut dem Auslieferungsvertrag zwischen den Philippinen und den USA aus dem Jahr 1994 sieht Artikel 11 vor, dass ein Staat eine Person vorübergehend überstellen kann, selbst wenn gegen sie im Gastland bereits Ermittlungen laufen oder eine Haftstrafe verbüßt wird. Sollte die Auslieferung erfolgen, müsste Quiboloy nach Abschluss der US-Verfahren gemäß dem Vertrag wieder in die Philippinen zurückgebracht werden.
Der Sprecher des DOJ, Polo Martinez, erklärte, dass das Ministerium bisher noch keine direkten Informationen über den US-Antrag erhalten habe. Er wies jedoch darauf hin, dass das DOJ zwei Optionen habe: Entweder wird die Auslieferung bis zum Abschluss der lokalen Verfahren aufgeschoben oder die Person wird unter vereinbarten Bedingungen vorübergehend für den Prozess in die USA überstellt.
Die politische Reaktion auf den Antrag fiel deutlich aus. Senatorin Risa Hontiveros, Vorsitzende des Senatsausschusses für Frauen, Kinder, Familie und Geschlechtergleichstellung, forderte ein schnelles Handeln des DOJ. Sie betonte, dass eine Auslieferung dazu beitragen würde, den Einfluss Quiboloys in den Philippinen zu brechen. Laut Hontiveros würden seine Anhänger die Anwesenheit des Pastors nutzen, um Opfer, die gegen ihn ausgesagt haben, zu schikanieren. Sie forderte Gerechtigkeit für die Frauen und Mädchen, die Opfer des Menschenhandels geworden seien.
Die Verteidigung von Quiboloy sieht die Auslieferung hingegen als äußerst unwahrscheinlich an. Sein Anwalt Ferdinand Topacio erklärte am Freitag, dass Auslieferungsanträge in der Regel abgelehnt werden, wenn gegen eine Person in den Philippinen bereits strafrechtliche Verfahren laufen oder eine Haftstrafe zu verbüßen ist. Topacio gab zudem an, dass die Verteidigung bisher keine formelle Vorladung zu einem Auslieferungsverfahren erhalten habe. Quiboloy steht derzeit in den Philippinen unter anderem wegen qualifizierten Menschenhandels und Verstößen gegen das Gesetz zum Schutz von Kindern vor Gericht.





