Gesellschaft: Metro Manila

Bildungsexperte fordert engere Kooperation zwischen Schulen und Wirtschaft

Um die philippinische Erwerbsbevölkerung gezielt auf die Anforderungen des modernen Arbeitsmarktes vorzubereiten, ist eine engere Abstimmung zwischen Bildungseinrichtungen, der Privatwirtschaft und der Regierung notwendig. Dies erklärte Michael Ralph Abrigo, Senior Research Fellow am Philippine Institute for Development Studies (PIDS), in einem Interview mit Bagong Pilipinas am Donnerstag.

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Symbolbild: Envato

Zwar haben verschiedene Reformen bereits positive Impulse gesetzt, darunter die Einführung des Kindergartenwesens, das MATATAG-Curriculum sowie der mehrsprachige Unterricht auf Basis der Muttersprache (Mother Tongue-Based Multilingual Education, MTB-MLE), doch bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen. Laut Abrigo erreichen viele Schüler noch nicht das erforderliche Kompetenzniveau. Zudem sehen sich Lehrkräfte mit einer hohen Arbeitsbelastung und begrenzten Ressourcen konfrontiert. Sollten diese Defizite nicht behoben werden, warne er vor langfristigen negativen Auswirkungen auf die Arbeitnehmer und die gesamte Volkswirtschaft.

Ein mangelhaftes Bildungsniveau habe direkte Folgen für die Lebensqualität der Betroffenen: Wenn Kinder nicht ausreichend lernen, führt dies beim Eintritt in das Berufsleben zu geringeren Gehältern und niedrigeren Einkommen, was wiederum die allgemeine Existenzsicherung erschwert. Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Schulen und der Industrie könnte dabei helfen, die seit langem bestehende Diskrepanz zwischen den Qualifikationen der Absolventen und den tatsächlich verfügbaren Stellenangeboten zu verringern.

Der Privatsektor könne laut Abrigo auf vielfältige Weise zur Verbesserung des Bildungswesens beitragen. Neben der Unterstützung der Schulinfrastruktur seien insbesondere die Ausbildung von Lehrkräften, die Bereitstellung von Stipendien und Praktika sowie technologische Unterstützung entscheidend. Zudem könnten Unternehmen helfen, die Lehrpläne so auszurichten, dass sie exakt den Kompetenzen entsprechen, die Arbeitgeber benötigen.

Ein zentraler Aspekt sei zudem, dass Lernen über die formale Schulzeit hinaus als lebenslanger Prozess verstanden werden müsse. Da sich die Anforderungen der Industrie durch den technologischen Wandel ständig verändern, seien staatliche Programme zur Umschulung und Weiterbildung (Reskilling und Upskilling) unerlässlich. Am Beispiel von künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Kompetenzen, die vor 30 bis 40 Jahren noch nicht existierten, verdeutlichte er die Notwendigkeit, sich an neue technologische Standards anzupassen.

Im Hinblick auf den Einfluss von KI auf die Arbeitswelt empfahl Abrigo den Beschäftigten, neben technischen Fähigkeiten auch übertragbare Kompetenzen wie Führung, Problemlösung und Anpassungsfähigkeit zu stärken. Investitionen in die Bildung seien demnach nicht nur ein Vorteil für die einzelnen Lernenden, sondern kämen letztlich auch deren Familien und dem gesamten Land zugute.