Untersuchung nach tödlichem Schiffsbrand: Ermittler prüfen Anklagen gegen Besatzung und Eigentümer der MV June Aster
EditAm 9. September 2026 fing das Passagierschiff MV June Aster auf dem Weg von Batangas nach Coron, Palawan, Feuer. Bei dem Brand kamen 77 Menschen ums Leben, 43 wurden verletzt und acht Personen werden weiterhin vermisst.
Die BFP unter der Leitung von Fire Chief Superintendent Wilberto Rico Neil Ang Kwan Tiu sehen unter anderem Anklagen wegen fahrlässiger Unachtsamkeit vor, die zu mehrfachem Totschlag geführt hat. Gegen Regierungsangestellte, die ihre Dienstpflichten verletzt haben könnten, wird zudem nach Verstößen gegen das Gesetz gegen Korruption und unlautere Praktiken (Anti-Graft and Corrupt Practices Act) ermittelt.
Im Zentrum der Untersuchungen stehen Unregelmäßigkeiten bei der Deklaration und Verladung gefährlicher Güter, insbesondere Asphalt und Calciumhypochlorit, ein Desinfektionsmittel für Schwimmbecken. Diese Stoffe wurden offenbar in der Nähe des Motorauslaufs gelagert, wo Hitze eine Zündung ausgelöst haben könnte. Zudem wird geprüft, ob unruhige See die Ladung verschoben und die Chemikalien vermischt hat. Ein übermäßiges Volumen an Chemikalien könnte dabei als erschwerender Umstand bei der Anklageerhebung gewertet werden.
Die Behörden arbeiten mit der philippinischen Küstenwache und der MARINA zusammen, um zu klären, warum das Schiff trotz eines mechanischen Defekts, der die Abfahrt um vier Tage verzögert hatte, zur Reise freigegeben wurde. Parallel dazu wird untersucht, ob die Inspektion des Schiffes und die Sicherung der Ladung im Abfahrtshafen ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Zu den potenziell belasteten Personen zählen der Kapitän, der Erste Offizier, zwei Matrosen, der Zweite Offizier sowie der Sicherheitsbeauftragte. Auch der Schiffseigentümer und das Unternehmen, das mit der Beladung beauftragt war, könnten haftbar gemacht werden.




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