Umfrage: Nur wenige Filipinos verfolgen das Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Duterte genau
Das laufende Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte stößt bei der philippinischen Bevölkerung auf geringes Interesse an den Details. Laut einer aktuellen Umfrage des neu gegründeten Forschungsinstituts Momentum Research verfolgen lediglich 13 Prozent der Filipinos die Anhörungen aufmerksam.
Zwar sind die meisten Menschen über das Verfahren informiert, doch die tiefergehende Auseinandersetzung fehlt. Die Umfrage „The National Momentum Survey“ ergab, dass zwar 68 Prozent der Befragten wissen, dass das Verfahren stattfindet, 55 Prozent jedoch nur gelegentlich von Entwicklungen hören, ohne die Prozesse regelmäßig zu verfolgen. Rund 29 Prozent gaben an, das Verfahren überhaupt nicht zu verfolgen.
Ein wesentlicher Grund für die geringe Aufmerksamkeit scheint die Komplexität der Verhandlungen zu sein. Etwa 32 Prozent der Befragten bezeichneten die Sitzungen als verwirrend, während weitere 8 Prozent die Abläufe als zu technisch und schwer nachvollziehbar empfanden. Nur 7 Prozent der Teilnehmer fanden das Verfahren im Senat klar und leicht verständlich.
Cleve Arguelles, Gründer und CEO von Momentum Research, erklärte, dass die erste Woche des Prozesses stark von juristischem Fachjargon, Einwänden und technischen Argumenten der Anwälte und Senatoren geprägt war. Diese juristischen Debatten seien für Laien oft undurchsichtig. Arguelles warnte zudem, dass mangelndes Verständnis der Öffentlichkeit ein Problem für die Legitimität eines verfassungsrechtlichen Verfahrens darstellen könne.
Hinsichtlich eines Urteils zeigt sich die Bevölkerung gespalten und vorsichtig. Mit 44 Prozent gab die größte Gruppe an, es sei noch zu früh, um über eine Verurteilung oder einen Freispruch der Vizepräsidentin zu entscheiden. Dennoch haben bereits 48 Prozent der Befragten eine Meinung gebildet: 28 Prozent sprechen für eine Verurteilung, während 20 Prozent eine Freispruch fordern.
Gegenstand des Verfahrens sind unter anderem öffentliche Äußerungen von Duterte im November 2024. In einer Videokonferenz hatte sie angedeutet, Anweisungen gegeben zu haben, gegen Präsident Ferdinand Marcos Jr., die First Lady Liza Araneta-Marcos und den damaligen Sprecher des Repräsentantenhauses, Martin Romualdez, vorzugehen, sollten Pläne gegen sie entdeckt werden.
Quellen
Dieser Beitrag wurde auf Grundlage der unten verlinkten Quellen und Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.