Politik – Landesweit

SONA 2026: Marcos vor der Herausforderung, das schwindende Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen

Die bevorstehende Ansprache des Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) am Montag, den 27. Juli 2026, wird als entscheidender Moment für seine Amtsführung angesehen. Laut Carl Marc Ramota, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Alliance of Concerned Teachers, bietet die fünfte SONA die Chance, einen klaren, bürgerzentrierten Fahrplan zu präsentieren, der Lösungen über politische Streitigkeiten stellt.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
Quelle: Google

Ramota betonte im Rahmen des „2026 State of the Presidency Forum“ des Center for People Empowerment in Governance (CenPEG) an der University of the Philippines, dass der Präsident das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherstellen müsse. Er könne dies erreichen, wenn er den Fokus wieder auf Rechenschaftspflicht, wirtschaftliche Entlastung und gute Regierungsführung lege. Ein Rückgang des öffentlichen Vertrauens in Marcos sei in den letzten vier Jahren stetig zu beobachten gewesen.

Daten der Social Weather Stations aus dem Juni 2026 unterstreichen diesen Trend: Während Vizepräsidentin Sara Duterte eine Vertrauensbewertung von 57 % hält, gaben lediglich 34 % der Filipinos an, „großes Vertrauen“ in den Präsidenten zu haben. Ramota warnte davor, dass ein politisches System ohne eine solide Vertrauensbasis instabil werden könne.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Diskrepanz zwischen makroökonomischen Erfolgen und der Lebensrealität der Menschen. Zwar hat die Regierung den Status der Philippinen als „obere Mittelschicht-Ökonomie“ hervorgehoben, doch der Ökonom Emmanuel Leyco merkte an, dass dies die wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Bürger nicht widerspiegle. Besonders die einkommensschwachen Schichten (Klassen D und E) leiden unter der Inflation bei Grundnahrungsmitteln und Dienstleistungen.

Leyco kritisierte zudem, dass die versprochene Entlastung bei den Lebenshaltungskosten noch nicht eingetreten sei. Ramota ergänzte, dass neben den hohen Preisen für Waren und Treibstoff auch Fragen zu milliardenschweren Hochwasserschutzprojekten, Korruption und der langsamen Rechenschaftspflicht öffentlicher Beamter die Frustration in der Bevölkerung verstärken. Politische Auseinandersetzungen, wie Budgetstreitigkeiten oder das Impeachment-Verfahren gegen die Vizepräsidentin, hätten zudem kaum Auswirkungen auf den Alltag der Menschen. Renee Co, Abgeordnete der Kabataan-Partei, verwies darauf, dass der Ausgang solcher Verfahren maßgeblich bestimmen werde, wie streng Korruption künftig geahndet wird.

Quellen: Rappler / Autor & Redaktion: (Cebu City seit 2014) · anhand dieser Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.