Politik: Cebu

Regionale Krisen und wirtschaftliche Not vor der fünften SONA von Präsident Marcos

Vor der fünften jährlichen Ansprache zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) am Montag, den 27. Juli 2026, steht die Regierung von Präsident Ferdinand Marcos Jr. vor massiven regionalen Herausforderungen. Eine Reihe von Naturkatastrophen, steigender Inflation und wachsender Gewalt in Schulen prägt die aktuelle Lage in verschiedenen Teilen des Landes.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
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Besonders die Regionen Visayas und Mindanao waren in den vergangenen Monaten schweren Erschütterungen ausgesetzt. Im September 2025 verursachte ein Erdbeben der Stärke 6,9 in der Provinz Cebu, insbesondere in der Stadt Bogo, erhebliche Gebäudeschäden. Kurz darauf traf der Taifun Tino (Kalmaegi) die Visayas und Palawan mit acht Landfalls, was zu mindestens 334 Todesopfern und der Vertreibung von über einer halben Million Menschen führte. Die landwirtschaftlichen Verluste wurden auf mindestens 695 Millionen Pesos geschätzt.

Im Sommer 2026 folgte ein weiteres schweres Erdbeben der Stärke 7,8 vor der Küste der Provinz Sarangani in Mindanao. Dieses Ereignis löste tödliche Erdrutsche und eine massive Küstenhebung aus, die die Lebensgrundlagen von Landwirten und Fischern direkt beeinträchtigte. In Davao City sorgten zudem heftige Regenfälle während des Südwestmonsuns für weitreichende Überschwemmungen, was die laufenden Untersuchungen zu Korruptionsvorwürfen im Bereich des Hochwasserschutzes erneut in den Fokus rückte.

Neben den Naturkatastrophen belastet die wirtschaftliche Lage die Bevölkerung. Laut Daten der staatlichen Statistikbehörde (Philippine Statistics Authority, PSA) erreichte die Arbeitslosigkeit Anfang 2026 mit 5,8 % den höchsten Stand seit Juni 2022, was etwa 2,96 Millionen Arbeitslosen entspricht. Besonders hart traf es den Agrarsektor, der zu Beginn des Jahres 1,42 Millionen Arbeitsplätze verlor.

Die Inflation erreichte im April 2026 mit 7,2 % einen Dreijahreshöchststand, was vor allem auf steigende Öl- und Lebensmittelpreise infolge internationaler Spannungen im Nahen Osten zurückzuführen ist. Die Inflation bei Reis stieg in diesem Zeitraum sprunghaft von 3,6 % im März auf 11 % im April an. Trotz früherer Versuche, Reis für 20 Pesos pro Kilo anzubieten, prognostizierte Landwirtschaftsminister Francisco Tiu Laurel Jr. für September 2026 aufgrund steigender Düngemittelkosten Preise zwischen 60 und 62 Pesos pro Kilo.

Zusätzlich zu den wirtschaftlichen und ökologischen Problemen wächst die Sorge um die Sicherheit in Bildungseinrichtungen. Vorfälle von Gewalt und Schusswaffengebrauch in Schulen haben die Besorgnis unter Eltern und Lehrkräften verstärkt und stellen eine neue soziale Herausforderung für die Regierung dar.

Quellen: Rappler / Autor & Redaktion: (Cebu City seit 2014) · anhand dieser Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.