Politik: Landesweit

Prozess gegen Sara Duterte: Bankvertreter bewerten Millionen-Abhebungen als ungewöhnlich

Im Zentrum des Amtsenthebungsverfahrens gegen Vizepräsidentin Sara Duterte stehen massive Abhebungen von Geldern. Am Mittwoch, den 29. Juli, sagten zwei ehemalige Bankvertreter im zehnten Tag des Prozesses aus, dass die Einlösung dieser Schecks durch ihr Personal zwar ungewöhnlich, aber nicht zwangsläufig verdächtig gewesen sei.

Vice President Sara Duterte
Quelle: Google

Violeta Constantino, ehemalige Filialleiterin der Land Bank of the Philippines (LBP) in der Shaw Boulevard, und Nenita Camposano, eine DepEd, berichteten von ungewöhnlichen Transaktionen. Constantino erklärte, dass die Umwandlung eines Schecks über 125 Millionen Pesos in Bargeld zum ersten Mal in ihrer 32-jährigen Laufbahn vorgekommen sei. Camposano sagte aus, dass das Ministerium zuvor noch nie einen Scheck in Höhe von 37,5 Millionen Pesos bar abgehoben habe. Beide zeigten sich zwar verwundert über den Verwendungszweck der Bargeldmengen, stuften die Vorgänge jedoch als unüblich im Sinne von vom Standard abweichend ein.

Die Abhebungen betreffen insgesamt 612,5 Millionen Pesos, die als vertrauliche Mittel für das Büro der Vizepräsidentin (OVP) und das Bildungsministerium gelten. Im Zeitraum zwischen Dezember 2022 und Juli 2023 wickelte die LBP-Filiale Shaw Boulevard vier Schecks über jeweils 125 Millionen Pesos ab. Parallel dazu wurden in der DepEd-Filiale der LBP drei Schecks über jeweils 37,5 Millionen Pesos eingezahlt. Diese Gelder wurden bereits Gegenstand von Beanstandungen durch den COA und bilden den Kern der Anklage gegen Duterte.

Die Bankvertreter begründeten das Ausbleiben einer Meldung an den Rat zur Bekämpfung der Geldwäsche (Anti-Money Laundering Council, AMLC) damit, dass die Transaktionen reguläre Prozesse durchlaufen hätten. Das Personal der Behörden habe die Banken vorab informiert, die Schecks seien vom Budgetministerium freigegeben worden und autorisierte Unterzeichner seien beteiligt gewesen. Aufgrund von Geheimhaltungspflichten machten die Zeuginnen jedoch keine Angaben darüber, ob die Transaktionen tatsächlich dem AMLC gemeldet wurden. Die Verteidigung von Duterte versuchte, die Aussagen der Zeuginnen als bloße persönliche Meinung abzutun.

Chefanklägerin Jinky Luistro entgegnete hingegen, dass die Zeugenaussagen nicht darauf abzielten, verdächtige Aktivitäten nachzuweisen. Vielmehr sollten sie belegen, dass die Gelder aus der Staatskasse stammten, an die Behörden flossen und schließlich durch die Vertreter dieser Behörden bar abgehoben wurden.