Gesellschaft: Landesweit

Philippinisches Bildungsministerium führt neue Richtlinien gegen El Niño ein

Das DepEd hat neue Richtlinien für den Unterricht und die Überwachung der Infrastruktur an öffentlichen Schulen angekündigt. Ziel ist es, den Auswirkungen eines drohenden „Super El Niño“ entgegenzuwirken und den Fortbestand des Lernens zu sichern. Bildungsminister Juan Edgardo „Sonny“ M. Angara erklärte, dass die Behörde proaktive, schützende und vorsorgende Maßnahmen verschärft, um die negativen Folgen der Wettererscheinung abzumildern. Angara betonte dabei, dass den Schulleitungen und Bezirksdirektoren die praktische Flexibilität eingeräumt wird, basierend auf den tatsächlichen Bedingungen vor Ort, der Belüftung der Klassenzimmer und der Wasserverfügbarkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen.

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Symbolbild: Envato

Um auf die lokalen Gegebenheiten reagieren zu können, führt das Ministerium das sogenannte „4H-Framework“ ein. Dieses besteht aus den Stufen Hayo (Fortfahren), Hinay (Verlangsamen), Hinga (Atmen) und Hinto (Stoppen). Die Entscheidung über die jeweilige Stufe obliegt den Schulleitungen und den zuständigen Bezirksdirektoren. Bei ihrer Bewertung berücksichtigen sie Faktoren wie die Zuverlässigkeit der Wasserversorgung, die thermische Sicherheit in den Klassenzimmern, die Belastbarkeit der Stromversorgung sowie die Prävention von Brandgefahren.

Im „Hayo“-Modus findet der Präsenzunterricht mit Anpassungen statt, etwa durch geplante Trinkpausen, die Verlegung von Aktivitäten in den frühen Morgen oder in den Schatten und die Erlaubnis für flexible Kleidung oder Sportbekleidung. Bei beginnendem Hitzestress kann die „Hinay“-Stufe aktiviert werden, die den Unterricht mit strukturierten Lernformen zu Hause oder hybriden Modellen kombiniert. Die „Hinga“-Stufe wird bei extremer Hitze oder Wasserknappheit angewandt, wobei Schüler Lernpakete, kurze Aktivitäten zu Lese- und Rechenkompetenzen sowie Ressourcen über DepEd TV oder Radio nutzen können, um das Wohlbefinden zu priorisieren. Die „Hinto“-Stufe sieht die Aussetzung des akademischen Betriebs bei unsicheren Hitzeindizes vor, wobei die wesentliche Kommunikation, Sicherheitschecks und die Überweisung zur psychosozialen Unterstützung für Schüler und Personal aufrechterhalten werden.

Zusätzlich müssen die Schulbehörden (Schools Division Offices) das schulbasierte Ernährungsprogramm (SBFP) durch Notfallmenüs, die Beschaffung lokaler Lebensmittel und die Vorhaltung von Lagerbeständen haltbarer Lebensmittel für Lernende absichern. Auch die Wasserversorgung und Sanitäranlagen sollen durch die sofortige Reparatur von Lecks, die Einrichtung von Trinkstationen und die Koordination mit lokalen Wasserversorgern zur Sicherstellung von Rationierungsplänen gewährleistet werden.

Laut staatlicher Wetterbehörde ist El Niño bereits im tropischen Pazifik aktiv und könnte sich bis Dezember zu einem sehr starken Ereignis intensivieren, wobei die Auswirkungen bis 2027 anhalten könnten.

Parallel dazu verstärkt das Ministerium für Umwelt und DENR unter der Leitung von Juan Miguel T. Cuna die Maßnahmen zur Wassersicherheit. Dazu gehören die Wiederaufforstung von Wassereinzugsgebieten in Provinzen wie Aurora, Bataan, Nueva Ecija und Zambales in Zentral-Luzon sowie die Bekämpfung von illegalem Holzeinschlag in der Davao-Region. In Masbate arbeitet die Behörde zudem mit lokalen Einheiten zusammen, um über 16.750 einheimische Pflanzen und Mangroven-Setzlinge zu pflanzen. In der Caraga-Region wurden zudem Brandflächen in Torfmooren und an Flussufern rehabilitiert. In Davao City wurde zudem eine umfassende Bewertung des Panigan-Tamugan-Teilwassersystems durchgeführt, um die Wasserversorgung der Stadt zu sichern. Palastsprecherin Clarrissa A. Castro betonte, dass diese langfristigen Bemühungen zum Schutz der Ökosysteme die Vorbereitung auf die Rückkehr von El Niño bilden.