Nationaler Personalausweis vereinfacht Kontoeröffnung bei philippinischen Banken
EditDie Verknüpfung von Bankensystemen mit der staatlichen Datenbank des Nationalen Identitätssystems (PhilSys) führt auf den Philippinen zu einem deutlich einfacheren Prozess bei der Eröffnung von Bankkonten. Kunden müssen künftig nicht mehr zwingend physische Ausweisdokumente vorlegen oder hochladen, sondern können sich durch die Eingabe von Basisdaten und ein Live-Selfie verifizieren lassen.
Die Bank of the Philippine Islands (BPI) gehört zu den ersten großen Finanzinstituten, die diesen Prozess umgesetzt hat. Laut Jose Teodoro „TG“ Limcaoco, dem Präsidenten und CEO der BPI, gleicht das System die biometrischen Daten des Selfies mit den im PhilSys hinterlegten Informationen ab. Ein physischer Personalausweis ist für diesen Vorgang nicht erforderlich. Diese Neuerung zeigt bereits Wirkung: Fitzgerald Chee, Leiter der Consumer Platforms bei BPI, berichtete von einem Anstieg der Kontoeröffnungen um etwa 50 Prozent nach Einführung der National-ID-Verifizierung. Maria Cristina Go, Leiterin des Privatkundengeschäfts, ergänzte, dass mittlerweile rund 85 Prozent aller Neukunden bei der BPI das National-ID-System nutzen.
Neben der Bequemlichkeit bietet die Technologie auch Sicherheitsvorteile. Die BPI-Führung betont, dass der Abgleich mit staatlichen biometrischen Daten dabei hilft, gefälschte Identitäten, betrügerische Kontoanträge und sogenannte „Money Mules“, Konten, die für den Transfer von Geldern aus Betrugsfällen genutzt werden, zu erkennen. Limcaoco sieht darin eine Entwicklung, die langfristig das gesamte Bankensystem prägen könnte.
Neben der BPI nutzen auch andere Institutionen die National ID Authentication Services (NIDAS) des Philippine Statistics Authority (PSA), darunter die Asia United Bank, GoTyme Bank, die Philippine National Bank sowie der Zahlungsdienst GCash. Das PSA strebt an, das System flächendeckend in allen Finanzinstituten zu etablieren und über das Bankwesen hinaus auf Bereiche wie das Gesundheitswesen, das Bildungswesen und soziale Sicherungssysteme auszuweiten. So nutzt bereits PhilHealth die Gesichtserkennung zur Verifizierung von Mitgliedern, um doppelte Datensätze und Betrug bei Leistungsansprüchen zu reduzieren. Auch das Baguio General Hospital und das Don Mariano Marcos Memorial State University haben das System bereits in ihre Prozesse integriert.
Die Digitalisierung des Identitätsnachweises baut zudem Barrieren für Menschen ab, die über keine herkömmlichen Dokumente wie Reisepässe oder Führerscheine verfügen. Bis zum 30. Juni hatten insgesamt 92.988.897 Personen verifizierbare nationale Identitätsdaten erhalten, wovon über 91 Millionen über die eGovPH-App auf ihre digitale ID zugreifen können. Die Gesamtzahl der erfolgreichen Identifizierungen über alle Sektoren hinweg stieg bis Ende Juli auf etwa 145 Millionen an.




