Politik: Metro Manila

Marinbiologen fordern feste Forschungsgelder für das Westphilippinische Meer

Zehn Jahre nach dem wegweisenden Schiedsspruch im Streit um die Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer fordern philippinische Meeresforscher eine verlässliche und langfristige Finanzierung ihrer Arbeit. Während Präsident Ferdinand Marcos Jr. in seiner jüngsten Lagebesprechung (State of the Nation Address) betonte, alles Notwendige zu tun, um das Schiedsurteil von 2016 zu verteidigen, kritisieren Wissenschaftler, dass die institutionelle Unterstützung für die Forschung im Westphilippinischen Meer noch nicht ausreicht.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – am Rednerpult stehend
Quelle: Google

Anlässlich des zehnten Jahrestages des Schiedsspruchs versammelten sich Experten in Quezon City, um die Bedeutung der Wissenschaft für die nationale Souveränität zu unterstreichen. Wissenschaftliche Erkenntnisse waren entscheidend, um die Umweltschäden nachzuweisen, die durch Chinas Landgewinnungsmaßnahmen in der Region entstanden sind. Dennoch arbeiten die Forscher derzeit primär auf Basis von Projektförderungen, was eine langfristige Planung erschwert.

Fernando Siringan, Professor am Marine Science Institute der University of the Philippines, erklärte, dass die bisherige Unterstützung zwar geschätzt werde, aber nicht ausreiche. Er plädiert für eine programmatische Finanzierung statt kurzfristiger Zuschüsse. Dies würde den Wissenschaftlern ermöglichen, kontinuierliche Studien durchzuführen, anstatt sich auf die unsichere Verfügbarkeit einzelner Fördertöpfe verlassen zu müssen. Siringan berichtete zudem von persönlichen Erfahrungen mit Belästigungen durch chinesische Seestreitkräfte während einer Untersuchung am Escoda-Riff im Jahr 2024.

Die Kosten für die Meeresforschung seien immens. Neben den Ausgaben für Treibstoff und die Besatzung der Schiffe müssten auch die hohen Kosten für die Ausrüstung berücksichtigt werden. Ein Großteil der bisherigen Studien beschränkte sich zudem auf flache Gewässer in einer Tiefe von bis zu 18 Metern. Es fehle an Daten über die Tiefsee, die für das Verständnis der marinen Biodiversität und die nationale Sicherheit von zentraler Bedeutung sind.

Auch die bürokratische Struktur stellt ein Hindernis dar. Mariglo Laririt, stellvertretende Direktorin des Biodiversity Management Bureau (BMB) DENR, bezeichnete das aktuelle Budget als „Wagen statt Pferd“. Sie erklärte, dass eine effektive Finanzierung erst dann möglich sei, wenn klar geregelt ist, welche Behörde die Federführung in der Meeresverwaltung übernimmt. Das BMB arbeite derzeit an einer nationalen Politik für die Meeresumwelt, um Entscheidungsträgern eine klare Struktur für die Meeresverwaltung zu bieten.

Die Forderung nach mehr Forschung ist auch eng mit dem Schutz der Meeresressourcen verknüpft. Experten und Regierungsvertreter streben die Ausweisung von Meeresschutzgebieten im Westphilippinischen Meer an. Voraussetzung für solche Schutzgebiete sind jedoch fundierte ökologische Basisdaten, die nur durch eine kontinuierliche und gut ausgestattete wissenschaftliche Arbeit gewonnen werden können.