Politik – Metro Manila
Marcos steht vor vorletzterer SONA mit Fokus auf Korruptionsbekämpfung
Präsident Ferdinand Marcos Jr. wird am 27. Juli seine vorletzte Rede vor dem Kongress, die SONA, im Batasang Pambansa in Quezon City halten. Die Rede, die offiziell an beide Kammern des Kongresses gerichtet ist, fungiert in der Praxis als Rechenschaftsbericht des Präsidenten an die philippinische Bevölkerung.
Im Zentrum der öffentlichen Erwartungen stehen die Maßnahmen der Regierung gegen Korruption sowie die Aufarbeitung eines Skandals um Hochwasserschutzprojekte. Laut einer Umfrage von Pulse Asia Research Ende Juni und Anfang Juli 2026 ist Korruption das Thema, zu dem sich die Bürger am meisten informiert fühlen wollen (29,8 %). An zweiter Stelle steht der Wunsch nach Untersuchungen und der Rechenschaftspflicht der Verantwortlichen im Zusammenhang mit dem Skandal um Hochwasserschutzprojekte (18,9 %).
Bereits in seiner SONA im Juli 2025 hatte Marcos versprochen, gegen Regierungsbeamte und Bauunternehmen vorzugehen, die durch minderwertige oder nicht existierende Hochwasserschutzmaßnahmen profitierten. Ein Jahr nach diesem Versprechen wird die Umsetzung kritisch betrachtet, da die Einleitung rechtlicher Schritte gegen Beteiligte als unbeständig gilt. Besonders im Fokus steht dabei die Situation um Martin Romualdez, den Cousin des Präsidenten und ehemaligen Sprechers des Repräsentantenhauses. Obwohl der Ombudsmann Ende Juli Romualdez als zentrale Figur in dem Korruptionsschema bezeichnete, wurde bislang kein Verfahren gegen ihn eingeleitet.
Neben der Korruptionsbekämpfung sind laut Pulse Asia auch die Erschwinglichkeit von Grundgütern (18,7 %) ein zentrales Thema für die Bevölkerung. Die politische Lage bleibt angespannt: Die Netto-Zufriedenheit mit Marcos liegt laut einer Umfrage der Social Weather Stations vom Juni 2026 bei -7 Prozentpunkten, was eine Verbesserung gegenüber den -15 Prozentpunkten vom März 2026 darstellt.
Die Regierung sah sich zudem mit erheblichen äußeren Herausforderungen konfrontiert. Marcos deutete in einem Interview an, dass die Nation durch externe Kräfte unter Druck geraten sei. Dies wird im Kontext der wirtschaftlichen Schwankungen interpretiert, die durch die Konflikte zwischen den USA und Israel mit dem Iran ausgelöst wurden und die Manila dazu zwangen, einen nationalen Energie-Notstand auszurufen, um alternative Energiequellen zu sichern. Zudem prägten die Verhaftung des ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte und dessen bevorstehender Prozess vor dem Internationalen Strafgerichtshof ab Ende November 2026 das politische Klima des vergangenen Jahres.