KI-Video zeigt gefälschte Auseinandersetzung zwischen Vizepräsidentin Duterte und Senator Escudero
Ein in den sozialen Medien kursierendes Video, das eine heftige Konfrontation zwischen Vizepräsidentin Sara Duterte und Senator Francis „Chiz“ Escudero zeigt, ist eine KI-generierte Fälschung. Die Behauptung, die beiden Politiker hätten sich über das Impeachment-Verfahren der Vizepräsidentin gestritten, entspricht nicht der Wahrheit.
Der Clip, der als Facebook-Reel auf der Seite „Kapampatut“ veröffentlicht wurde, zeigt eine Person, die Escudero ähnelt, wie sie Duterte wegen ihrer Abwesenheit bei den Anhörungen des Impeachment-Gerichts im Senat zur Rede stellt. In der gefälschten Szene soll Duterte damit gedroht haben, dass Escudero die Konsequenzen ihrer kommenden Wahlsiege zu spüren bekomme. Der Beitrag hat bereits über zwei Millionen Aufrufe, 27.000 Reaktionen und mehr als 3.000 Teilungen erhalten, ohne dass ein Hinweis auf die künstliche Erstellung des Inhalts erfolgte.
Mehrere Analysen bestätigen die Manipulation des Materials. Das Tool DetectVideo AI schätzte die Wahrscheinlichkeit einer KI-Generierung oder -Manipulation auf 64 Prozent. Eine Untersuchung mit Hive Detect ergab zudem eine Wahrscheinlichkeit von 98,5 Prozent für KI-generierte Sprache und 99,6 Prozent für KI-generierte Musik. Auch eine Analyse auf Frame-Ebene identifizierte Teile des Clips mit einer Wahrscheinlichkeit von 86,1 Prozent als künstlich erzeugte Sprache.
In der Realität fand eine solche Auseinandersetzung nicht statt. Es gibt keine offiziellen Aufzeichnungen des Senats, keine Livestreams und keine Berichte glaubwürdiger Nachrichtenagenturen über einen solchen Vorfall. Am 7. Juli suchte Duterte den Senat lediglich auf, um ihr Anwaltsteam zu treffen, nahm jedoch nicht persönlich an den Anhörungen teil. Senator Escudero, der als vorsitzender Beamter des Impeachment-Gerichts fungiert, erklärte zudem, dass Duterte nicht dazu gezwungen werden könne, persönlich vor dem Gericht zu erscheinen.
Das Impeachment-Verfahren gegen die Vizepräsidentin begann offiziell am 6. Juli. Duterte wird unter anderem der Missbrauch von Geheimmitteln, unerklärliches Vermögen, Bestechung sowie Drohungen gegen Präsident Ferdinand Marcos Jr., die First Lady Liza Araneta Marcos und den ehemaligen Sprecher Martin Romualdez vorgeworfen.
Quellen
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