Politik

Impeachment-Verfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte belastet Marcos-Präsidentschaft

Die politische Zukunft von Präsident Ferdinand Marcos Jr. steht vor einer entscheidenden Zäsur. Während er am Montag, den 27. Juli 2026, vor dem Kongress über den Zustand der Nation berichten soll, überschattet das laufende Amtsenthebungsverfahren gegen seine politische Rivalin, Vizepräsidentin Sara Duterte, die gesamte Lage. Das Verfahren vor dem Senat, der in dieser Funktion als Amtsenthebungsgericht fungiert, könnte den weiteren Verlauf seiner Präsidentschaft maßgeblich prägen.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
Quelle: Google

Gegen Sara Duterte liegen vier Anklagepunkte vor. Diese umfassen eine Morddrohung gegen Präsident Marcos, dessen Ehefrau sowie den ehemaligen Parlamentspräsidenten Martin Romualdez. Darüber hinaus wird ihr Unterschlagung von Steuergeldern in dreistelliger Millionenhöhe, unerklärliches Vermögen in Milliardenhöhe sowie die Annahme von Schmiergeldern aus fragwürdigen Verträgen mit Lieferanten vorgeworfen. Während die Beweise im Fall der Unterschlagung im Rahmen des Prozesses vorgelegt werden sollen, verlief die Verhandlung zur Morddrohung bereits zügig. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete den Fall als recht unkompliziert, da die Verteidigung die Äußerungen der Vizepräsidentin nicht bestritt. Duterte hatte in einer Pressekonferenz öffentlich erklärt, mit jemandem gesprochen zu haben, der die genannten Personen nach ihrem Tod töten werde, und betonte dabei ausdrücklich, dass dies kein Scherz sei.

Das Verfahren gegen die Vizepräsidentin findet vor dem Hintergrund der politischen Geschichte ihrer Familie statt. Ihr Vater, der ehemalige Präsident Rodrigo Duterte, ICC. Ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit tausenden außergerichtlichen Tötungen während seines Drogenkriegs vorgeworfen. Er wurde nach einem Haftbefehl des ICC und durch Interpol festgenommen.

Ein rechtskräftiges Urteil gegen Sara Duterte könnte sie automatisch aus dem Amt der Vizepräsidentin entfernen und sie dauerhaft von öffentlichen Ämtern ausschließen. Hierfür ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Senat erforderlich. Die politische Dynamik im Senat hat sich jedoch gewandelt, da der Block um die Dutertes durch Abweichler an Einfluss verloren hat. Dennoch nutzen pro-Duterte-Senatoren das landesweit übertragene Verfahren als politische Plattform. Trotz der juristischen Herausforderungen zeigt sich Duterte in Umfragen weiterhin stark und hat bereits frühzeitig für die Präsidentschaftswahl 2028 geworben.

Quellen

Dieser Beitrag wurde auf Grundlage der unten verlinkten Quellen und Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.