Impeachment-Verfahren gegen Sara Duterte: Finanzunterlagen und Drohungen im Fokus
Im laufenden Amtsenthebungsverfahren gegen Sara Duterte haben die Ermittlungen zur finanziellen Situation der ehemaligen Vizepräsidentin sowie zu möglichen Drohungen gegen Regierungsmitglieder an Fahrt aufgenommen. Während der siebten Verhandlungstage des Verfahrens in Quezon City entschied der Vorsitzende des Senats, Chiz Escudero, dass die Anklage Zugriff auf umfangreiche Finanzunterlagen erhält.
Die Staatsanwaltschaft beantragte die Herausgabe von BIR und der Anti-Money Laundering Council (AMLC), die bis in das Jahr 2007 zurückreichen. Escudero stufte diese Anfragen als relevant und ausreichend präzise ein, woraufhin die entsprechenden Vorladungen ausgestellt werden konnten. Er wies jedoch darauf hin, dass die bloße Herausgabe der Dokumente noch nicht deren Zulässigkeit als Beweismittel im Prozess garantiert.
Die Verteidigung unter der Leitung von Michael Poa widersetzte sich dem Beschluss. Senatorin Pia Cayetano argumentierte unter Berufung auf den Präzedenzfall Stonehill gegen Diokno, dass die Anfragen die Privatsphäre verletzten und zu weit gefasst seien. Escudero schränkte die Anordnung jedoch ein, indem er die Offenlegung von Fremdwährungseinlagen sowie Informationen zu zwei privaten Unternehmen untersagte.
Der achte Verhandlungstag konzentrierte sich auf schwerwiegendere Vorwürfe bezüglich Aufrufs zur Sedition und schwerer Drohungen. Melvin Matibag, Direktor des National Bureau of Investigation (NBI), sagte als Zeuge für die Anklage aus. Er berichtete über eine spezielle Taskforce, die Cybercrime- und Forensik-Experten einsetzte, um Aussagen von Sara Duterte aus dem Jahr 2024 zu untersuchen.
Im Rahmen der Verhandlung wurden Videoaussagen vorgelegt, darunter Äußerungen von Baste Duterte im April 2024 sowie Aussagen von Sara Duterte im Oktober und November 2024. Die Anklage legte Darstellungen vor, in denen sie von der Entfernung des Präsidenten und sogar von der Tötung von Ferdinand Marcos Jr. sprach. Matibag bezeichnete diese Äußerungen als einen ernsthaften Attentatsplan. Zudem wurde Videomaterial aus dem Jahr 2011 gezeigt, das einen Vorfall mit einem Gerichtsvollzieher dokumentierte, um ein Verhaltensmuster zu untermauern.
In der anschließenden Kreuzvernehmung stellte die Verteidigung die unmittelbare Kenntnis des NBI-Direktors infrage, da er das Amt erst nach Beginn der Ermittlungen übernommen hatte. Matibag entgegnete, dass Behördenleiter auf Basis offizieller Regierungsunterlagen aussagen können. Forensische Tests hätten die vorliegenden Videos als authentisch und unverändert bestätigt. Ermittler haben bereits mehrere Personen als potenzielle Interessenten identifiziert, deren Namen jedoch noch nicht veröffentlicht wurden.
Quellen
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