Sicherheit: Cavite

IDfy Philippines nutzt Graphic Novel zur Aufklärung über Geldwäsche-Netzwerke

Das Technologieunternehmen IDfy Philippines hat mit „Chaos in Cavite“ eine investigative Graphic Novel veröffentlicht, die die Mechanismen von digitalem Betrug und sogenannten „Money Mule“-Netzwerken (Finanzagenten) veranschaulicht. Das Werk soll sowohl die Öffentlichkeit als auch die Finanzbranche über die Arbeitsweise von Betrügern aufklären. Die Graphic Novel knüpft dabei an die Geschichte der investigativen Journalistin Cal an, die bereits in IDfy's Werk „Mayhem in Makati“ eingeführt wurde und deren eigene Familie durch Identitätsdiebstahl betroffen war.

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Symbolbild: Envato

Die Geschichte folgt der Journalistin Cal und thematisiert den Fall von Ernesto Reyes, einem pensionierten Banker aus General Trias. Reyes verlor seine gesamten Ersparnisse durch einen sogenannten „Pig Butchering“-Betrug, bei dem die Täter über Monate hinweg eine Vertrauensbeziehung in einer Facebook-Gruppe aufbauten. Die gestohlenen Gelder wurden anschließend in kleinen Beträgen über verschiedene Konten von Finanzagenten transferiert, in Kryptowährungen umgewandelt und ins Ausland geschleust. Durch die Erzählung wird aufgezeigt, wie gewöhnliche Bürger, oft unwissentlich oder durch Zwang, in diese Netzwerke rekrutiert werden, die groß angelegte Betrugsoperationen in Milliardenhöhe ermöglichen.

Hintergrund der Veröffentlichung sind aktuelle Forschungsergebnisse von IDfy und CIBI Information Inc. In einem gemeinsamen Whitepaper mit dem Titel „Mule Hunting: Are We Chasing Ghosts?“ wird davor gewarnt, dass die Philippinen jährlich bis zu 603 Milliarden PHP durch Betrug über Finanzagenten-Konten verlieren könnten. Dies entspricht fast drei Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Eine Analyse von Daten der Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) aus dem Jahr 2025, die Transaktionen über PESONet und InstaPay im Gesamtwert von 24,74 Billionen PHP umfasst, identifizierte ein Risiko von 1,09 Billionen PHP. Davon entfallen 55,4 Prozent auf Betrugsmaschen bei Push-Zahlungen und Kontoübernahmen, die direkt auf die Nutzung von Finanzagenten zur Geldwäsche angewiesen sind. Da weniger als zwei Prozent der Cyberkriminalität offiziell gemeldet werden, bleiben diese Konten oft monatelang aktiv und können immer wieder für neue Straftaten genutzt werden.

Raghu Chandrasekhar, Landesleiter von IDfy Philippines, erklärte, dass Technologie allein ein Problem, das auf menschlicher Verletzlichkeit basiert, nicht lösen könne. Die Graphic Novel solle über abstrakte Sicherheitshinweise hinausgehen und die Realität digitaler Kriminalität greifbar machen. Während technische Schutzmaßnahmen und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben durch den Anti-Financial Account Scamming Act (AFASA) wichtig seien, müsse auch das Bewusstsein der Verbraucher gestärkt werden. IDfy fordert Banken und Fintech-Unternehmen zudem auf, Informationen über diese kriminellen Aktivitäten institutionenübergreifend auszutauschen und fortschrittliche Technologien einzusetzen, um den Tätern entgegenzuwirken und die Integrität der digitalen Wirtschaft zu schützen.