Umfrage: Sara Duterte bleibt trotz Amtsenthebungsverfahren populär
EditTrotz eines laufenden Amtsenthebungsverfahrens verzeichnet die Vizepräsidentin Sara Duterte weiterhin eine hohe Beliebtheit in der Bevölkerung. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Pulse Asia liegt ihre Zustimmungsrate bei 54 Prozent, während das Vertrauen in sie bei 55 Prozent liegt. Diese Zahlen verdeutlichen eine politische Realität, die ihre Kritiker nicht ignorieren können, wobei die Unterstützung jedoch nicht als rechtliche Entlastung missverstanden werden sollte.
In hypothetischen Szenarien für die Präsidentschaftswahl 2028 führt Duterte zudem gegen potenzielle Rivalen wie die Bürgermeisterin von Naga City, Leni Robredo, und den Senator Raffy Tulfo. Diese Werte stellen jedoch einen leichten Rückgang gegenüber den Ergebnissen vom Juli dar, als die Zustimmung noch bei 56 Prozent und das Vertrauen bei 58 Prozent lag. Die geringfügigen Veränderungen mahnen zur Vorsicht, da die öffentliche Meinung nicht statisch ist und ein starkes Abschneiden in hypothetischen Rennen keine garantierte Siegchance zwei Jahre vor der Wahl bedeutet.
Das Verfahren vor dem Senatsgericht zur Amtsenthebung hat sich zuletzt verändert. Am 13. Oktober stimmte das Gericht der Forderung der Anklage zu, drei von vier Anklagepunkten gegen Duterte zurückzuziehen. Damit bleibt lediglich der Vorwurf des unerklärlichen Vermögensbesitzes als zentrales Thema für das Gericht bestehen. Die Verteidigung der Vizepräsidentin wandte ein, dass ihr dadurch die Möglichkeit genommen wurde, zu bereits vorgetragenen Vorwürfen Stellung zu beziehen. Die Verteidigung erhob dabei keinen Einspruch gegen den Rückzug der Punkte an sich, kritisierte jedoch die verpasste Chance zur Stellungnahme.
Die Umfragewerte werfen zudem Fragen zur Informationslage der Bevölkerung auf. Zwar befürworten 51 Prozent der Befragten, dass Duterte persönlich vor dem Senatsgericht aussagen sollte, doch zeigten die Daten eine erhebliche Wissenslücke: 59 Prozent der Teilnehmer gaben an, kaum oder gar keine Kenntnis über den Fall zu haben. Nur 41 Prozent verfügten über ausreichende oder umfassende Informationen zu den Vorwürfen. Dies deutet darauf hin, dass die politische Einschätzung der Bevölkerung nicht zwangsläufig auf einer voll informierten Beurteilung der gegen sie erhobenen Anschuldigungen basiert.
Die politische Lage verdeutlicht die Trennung zwischen öffentlicher Meinung und rechtlicher Aufarbeitung. Während die Umfragen die politische Schlagkraft Dutertes bestätigen, bleibt die rechtliche Prüfung der Vorwürfe durch den Senat ein separater Prozess, der auf Beweisen und dem Gesetz basieren muss. Der Senat steht vor der Aufgabe, sicherzustellen, dass das Verfahren fair bleibt und das Urteil auf Fakten statt auf politischen Kalkülen oder öffentlicher Stimmung beruht. Der Rückzug der Anklagepunkte begründet keine Unschuld, so wie Popularität keine Entlastung darstellt.





Keine Werbeblöcke mehr mit Supporter-Abo!