Kritik am philippinischen Haushalt: Abgeordneter warnt vor politischer Instrumentalisierung
EditDer Entwurf für den allgemeinen Haushaltsplan 2027 (House General Appropriations Bill, HGAB) steht massiv in der Kritik. Egay Erice, Abgeordneter aus Caloocan, der gegen den 7,2 Billionen Pesos schweren Entwurf stimmte, sieht in dem Prozess der Haushaltsaufstellung im Repräsentantenhaus schwerwiegende Mängel. Das Repräsentantenhaus verabschiedete den HGAB mit einer Mehrheit von 281 zu 13 Stimmen bei einer Enthaltung. Er kritisierte, dass der Plan, der eigentlich öffentlichen Bedarf decken sollte, stattdessen als Werkzeug genutzt werde, um Verbündete zu belohnen und politische Gegner zu bestrafen.
Erice warf der Parlamentsführung vor, Distriktzuweisungen nach politischer Einflussnahme, Verwandtschaftsverhältnissen und Parteitreue statt nach tatsächlichem Bedarf zu verteilen. So seien die Budgets für Distrikte von Abgeordneten, die für ein Amtsenthebungsverfahren stimmten, insbesondere die Ankläger, um Milliarden Pesos gestiegen, während die Mittel anderer Mitglieder gekürzt wurden. NEP durch einen kleinen Ausschuss entfernt und durch nicht nachvollziehbare Posten ersetzt worden. Er bezeichnete diese Praxis als eine Form des sogenannten 'Pork Barrel', die zwar in geringerem Umfang als früher auftrete, da die Beträge nun eher im Bereich von Hunderten Millionen als in Hunderten Milliarden lägen -, aber dennoch eine Anomalie darstelle, da der finanzielle Spielraum für Entwicklung geschrumpft sei.
Der Senatsfinanzausschuss unter dem Vorsitz von Senator JV Ejercito wird sich nun mit dem Entwurf befassen. Ejercito versprach, Schutzmaßnahmen gegen kurzfristige Budgetänderungen ('last-minute insertions') zu ergreifen und fragwürdige Zuweisungen genau zu prüfen, insbesondere vor dem Hintergrund vergangener Skandale um Hochwasserschutzmaßnahmen. Der Senator stellte fest, dass das Repräsentantenhaus bereits Anpassungen in Höhe von 206 Milliarden Pesos am NEP vorgenommen habe. Er betonte, dass der Senat den Gesetzentwurf nicht einfach abnicken werde, sondern jede einzelne Position untersuche, um Unregelmäßigkeiten zu verhindern. Er plant zudem, die sogenannten Einsparungen sowie alle Distriktzuweisungen detailliert aufzulisten. Er kritisierte zudem, dass die Führung des Repräsentantenhauses Milliarden an Betriebsmitteln zurückhält, deren Aufteilung nur der Führung bekannt ist und die nicht an die Nationalkasse zurückfließen.
Die finanzielle Struktur des Entwurfs wirft ebenfalls Fragen auf. Von den geplanten Ausgaben fließen fast 3 Billionen Pesos in den Regierungsbetrieb, knapp 2 Billionen Pesos für Gehälter und Personalkosten sowie mehr als 1,1 Billionen Pesos für Zinsen auf Altschulden. Damit verbleiben lediglich etwa 1,13 Billionen Pesos für neue Projekte, eine Summe, die kaum höher ist als die Zinslast allein. Kritiker weisen zudem darauf hin, dass der lokale Unterstützungfonds (Local Government Support Fund, LGSF) von 27 Milliarden Pesos im Jahr 2025 auf 57 Milliarden Pesos im Jahr 2026 angewachsen sei und nun bei 62 Milliarden Pesos liegt. Dieser Fonds funktioniere wie ein 'Blankoscheck' für den Präsidenten, wobei bevorteilte Großstädte wie Manila, Quezon City oder Naga hohe Anteile erhielten, während ärmere Regionen wie Batanes oder Maguindanao leer ausgingen. Der Fonds wird als präsidialer 'Pork Barrel' betrachtet, der gegen Artikel 6 der Verfassung verstößt, da die Zuweisungskompetenz eigentlich beim Kongress liegt.
Zusätzlich besteht die Sorge vor einer instabilen Finanzierung und der Vernachlässigung bewährter Programme. Während die Regierung mit Einnahmen von 5,2 Billionen Pesos rechnet, warnen Experten, dass die tatsächlichen Steuereinnahmen aufgrund schwacher Erhebung und geplanter Steuererleichterungen niedriger ausfallen könnten. Die Einnahmenschätzung basiert auf einem Wirtschaftswachstum von über 5 Prozent, während die Schätzungen für das erste bis dritte Quartal deutlich niedriger lagen (2,6 %, -2,3 % und knapp 2 %). Geplante Steuererleichterungen für Einkommen zwischen 250.000 und 350.000 Pesos, die geplante Abschaffung der Reisesteuer sowie das Ende der Mehrwertsteuer auf Verluste im Stromsystem könnten die Einnahmen weiter schmälern. Gleichzeitig wurden Mittel für ein Schulbauprogramm trotz eines Mangels von 165.000 Klassenzimmern, ein Ernährungsprogramm für unterernährte Schüler, Mittel für die Behandlung armer Notfallpatienten in Privatkliniken sowie Agrarprojekte gekürzt. Angesichts einer bereits bestehenden Staatsverschuldung von 19,6 Billionen Pesos und der Notwendigkeit, im nächsten Jahr 1,6 Billionen Pesos an Tilgungssummen zu leisten, wird befürchtet, dass die Verpflichtungen bis Ende 2027 auf 22 bis 23 Billionen Pesos steigen werden.





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