Große Herausforderungen vor der fünften Rede von Präsident Marcos
Am Montag, den 27. Juli, wird Präsident Ferdinand Marcos Jr. seine fünfte Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) im Batasang Pambansa halten. Während das Präsidialamt (Malacañang) die Ansprache als schlicht, aber würdevoll beschreibt, steht die Regierung vor einer Vielzahl drängender nationaler Probleme.
Laut einer aktuellen Umfrage von Pulse Asia beschäftigen die steigenden Kosten für Waren die Bevölkerung am meisten: 57 Prozent der Filipinos äußerten sich besorgt über die Notwendigkeit, die Inflation zu kontrollieren. Zudem fordern 43 Prozent der Befragten einen verstärkten Kampf gegen Korruption sowie die Rechenschaftspflicht von Beamten. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Erhöhung der Löhne, was 36 Prozent der Befragten als dringlich einstufen.
Die wirtschaftliche Lage zeigt sich angespannt. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai leicht auf 4,8 Prozent an, was etwa 2,5 Millionen Arbeitslosen entspricht. Zuvor lag die Zahl im April bei 2,4 Millionen. Parallel dazu bleibt die Ernährungssicherheit ein kritisches Thema: Der Anteil der Familien, die unter unfreiwilligem Hunger litten, stieg im März auf 23,2 Prozent an, verglichen mit 20,1 Prozent im November des Vorjahres.
Auch die Sicherheitslage und territoriale Fragen stehen im Fokus. Trotz zunehmender Aggressionen Chinas im Westphilippinischen Meer gaben lediglich 3 Prozent der Befragten an, dass die Verteidigung der territorialen Integrität eine dringende nationale Sorge darstelle. Jüngste Vorfälle am Ayungin Shoal, innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone der Philippinen, führten zu Verletzungen bei zwei Matrosen der philippinischen Marine während einer Konfrontation mit dem chinesischen Küstenwachenpersonal.
In Bezug auf die Lohnpolitik gab das Arbeitsministerium (Department of Labor and Employment) am 14. Juli bekannt, dass über eine Million Beschäftigte in Metro Manila am Samstag, den 25. Juli, die erste Tranche einer Erhöhung des Mindestlohns um 85 Pesos erhalten sollen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass im vergangenen Kongress kein Gesetz zur allgemeinen Lohnerhöhung verabschiedet werden konnte.