Wirtschaft: Landesweit

Geplante Steuerreformen unter Marcos: Entlastung für Arbeitnehmer und kleine Unternehmen im Fokus

In seiner fünften Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) hat Präsident Ferdinand R. Marcos Jr. weitreichende Steuerreformen angekündigt. Diese Maßnahmen könnten das bedeutendste Paket seit dem TRAIN-Gesetz darstellen und sollen die Kaufkraft der Bevölkerung stärken sowie die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und KMU erhöhen.

Aerial view of Bonifacio Global City
Symbolbild: Envato

Ein zentraler Punkt der Reform ist die geplante Anhebung der Einkommensteuerfreigrenze von derzeit 250.000 Pesos auf 350.000 Pesos pro Jahr. Diese Änderung würde mehr als eine Million Steuerzahler direkt entlasten, die zwischen diesen beiden Beträgen verdienen. Für Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen von bis zu 350.000 Pesos, was etwa 29.166 Pesos monatlich entspricht, würde dies eine jährliche Ersparnis von bis zu 15.000 Pesos bedeuten, also rund 1.250 Pesos pro Monat.

Experten betonen jedoch, dass die Anhebung auf 350.000 Pesos lediglich ein erster Schritt sei. Angesichts der Inflation und steigender Kosten für Lebensmittel und Energie wird vorgeschlagen, die Freigrenze schrittweise weiter anzuheben: auf 400.000 Pesos unmittelbar nach der Verabschiedung, auf 800.000 Pesos im Jahr 2027 und schließlich auf eine Million Pesos im Jahr 2028. Um die Staatsfinanzen dabei nicht zu gefährden, müsse die Regierung Einnahmeverluste durch eine effizientere Steuerverwaltung ausgleichen. Dazu gehören die Bekämpfung von Steuerhinterziehung, die Verfolgung von unerklärlichem Vermögen sowie die Einführung der OECD-Mindeststeuer für Unternehmen.

Auch für den Mittelstand sind Entlastungen vorgesehen. Geplant ist, qualifizierte kleine und mittlere Unternehmen von der zweitprozentigen Mindestkörperschaftsteuer (Minimum Corporate Income Tax, MCIT) zu befreien. Da diese Unternehmen oft nur knapp die Gewinnschwelle erreichen, würde dies ihren Cashflow und ihr Überleben sichern. Zudem wird eine Vereinfachung der Steuererklärung angestrebt, etwa durch die Erhöhung der Grenze für die optionale Steuer von 3 Millionen auf 20 Millionen Pesos bei jährlichem Bruttoumsatz, um mehr Selbstständige und Online-Händler zur freiwilligen Registrierung zu bewegen.