Friedenskoalition fordert Unterstützung für Bangsamoro-Prozess in Marcos' Rede
Am 27. Juli 2026 wird Präsident Ferdinand Marcos Jr. seine fünfte Lagebericht-Rede (State of the Nation Address, SONA) halten. Eine neu gegründete Interessengemeinschaft, die Multisectoral Peace Coalition, hat ihn dazu aufgerufen, seine Verpflichtung gegenüber dem Friedensprozess in Bangsamoro während dieser Rede zu bekräftigen. Eine solche Erklärung würde ein deutliches Signal senden, dass der Friedensprozess trotz wachsender Herausforderungen eine nationale Priorität bleibt.
Hintergrund der Forderung ist die Sorge, dass viele Zusagen im Rahmen des Friedensprozesses bisher nicht erfüllt wurden. Deshalb wurde die Koalition Anfang Juli nach einem Friedensgipfel in Davao City ins Leben gerufen. Ziel des Zusammenschlusses ist es, verschiedene Akteure zu vereinen, um die Friedensagenda voranzutreiben. Zu den Mitbegründern gehören unter anderem die ehemalige Friedensberaterin Teresita „Ging“ Quintos-Deles, die ehemalige Friedensverhandlerin Miriam Coronel-Ferrer sowie Vertreter von Organisationen wie den Initiatives for International Dialogue (IID) und dem Consortium of Bangsamoro Civil Society (CBCS).
Neben der Forderung nach einer öffentlichen Bekräftigung drängt die Koalition auf die Wiederaufnahme des formellen Dialogs zwischen der philippinischen Regierung und der Führung der MILF. Dies sei BARMM im September wichtig. Ein kontinuierlicher Austausch zwischen den Parteien sei für die Umsetzung des umfassenden Abkommens über Bangsamoro (CAB) unerlässlich, unabhängig vom Ausgang der Wahlen.
In einem Gespräch am 20. Juli mit Mel Senen Sarmiento, dem Berater des Präsidenten für Frieden, OPAPRU, wurden bereits erste Fortschritte signalisiert. Sarmiento sicherte zu, dass die Umsetzung des Friedensabkommens in enger Abstimmung mit der MILF und nicht durch einseitige Regierungsmaßnahmen erfolgen soll. Die Koalition begrüßte zudem die Bereitschaft, wichtige Mechanismen wie das International Monitoring Team (IMT) wieder einzuführen.
Die Koalition fordert außerdem konkrete Maßnahmen in Bereichen wie der Normalisierung, der Transformation von Lagern und der Bereitstellung von Friedensdividenden. Auch die beschleunigte Sanierung für die durch die Belagerung von Marawi im Jahr 2017 vertriebenen Menschen sowie der Schutz der Rechte indigener Völker, die nicht der Moro-Gruppe angehören, stehen auf der Prioritätenliste der Gruppe.
Quellen
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