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Finanzielle Vorsorge für Weihnachten: Experten raten zu frühzeitiger Planung

Viele Menschen stehen nach den Feiertagen vor der Frage, wohin ihr gesamtes Weihnachtsgeld geflossen ist. Oft liegt das Problem nicht an einer einzigen großen Anschaffung, sondern an der Summe vieler kleiner Ausgaben wie Geschenken, Abendessen, dem Austausch von Geschenken im Büro oder dem traditionellen Noche-Buena-Essen. Auch Ratenzahlungen, die bereits im November getätigt wurden, um von Rabatten zu profitieren, belasten das Budget. Oft sind diese Ausgaben so kleinteilig, dass sie das gesamte Weihnachtsgeld bereits bis Mitte Dezember aufzehren.

Philippine Currency: Banknotes and Coins Close Up
Symbolbild: Envato

Ein effektives Vorgehen umfasst laut Karlo Biglang-awa, einem registrierten Finanzplaner von RFP Philippines, das Auflisten aller Kosten für Geschenke, Lebensmittel, Reisen sowie die Unterstützung für die Familie und das sogenannte Aguinaldo für Patenkinder. Er empfiehlt, zusätzlich einen Puffer für vergessene Kleinstbeträge einzukalkulieren. Dieser Gesamtbetrag sollte durch die verbleibenden Gehaltszahltage geteilt werden. Um die Disziplin zu erhöhen, rät er dazu, diese Beträge automatisiert auf ein separates Konto zu überweisen, das explizit für Weihnachten beschriftet ist. Ein Start im Oktober ist dabei entscheidend, da jeder aufgeschobene Gehaltszahltag den monatlich beiseite zu legenden Betrag erhöht.

Biglang-awa betont, dass es sich hierbei meist nicht um ein Problem beim Ausgeben handelt, sondern um mangelnde Planung. Da bis Weihnachten oft nur noch wenige Gehaltszahlungen verbleiben, etwa sechs Gehaltszyklen innerhalb von 70 Tagen -, ist ein frühzeitiger Start entscheidend. Für Angestellte ist es ratsam, das erwartete Weihnachtsgeld, das in den Philippinen gemäß den geltenden Regeln bis zum 24. Dezember ausgezahlt werden muss, als Teil des jährlichen Einkommens zu betrachten, das lediglich spät im Jahr fällig wird. Zudem sollten Steuerfreibeträge genutzt werden: Der 13. Monatsgehalt und andere Leistungen sind in den Philippinen bis zu einem Betrag von 90.000 Pesos steuerfrei. Biglang-awa schlägt vor, dem 13. Monatsgehalt bereits vor dem Erhalt eine Aufgabe zuzuweisen, etwa die Aufstockung des Notfallfonds, die Tilgung von Krediten mit hohen Zinsen oder langfristige Investitionen, bevor der Rest für die Feierlichkeiten genutzt wird.

Auch Unternehmer müssen bei der Weihnachtsplanung vorsichtig sein, da sie oft zwei Budgets verwalten: das private und das geschäftliche. Ein häufiger Fehler ist die Vermischung dieser Mittel. Wenn geschäftliche Einnahmen fälschlicherweise als privates Vermögen betrachtet werden, fehlt das Geld oft, wenn die 13. Monatszahlung für die Mitarbeiter fällig wird. Unternehmer sollten ihre Verpflichtungen für die Weihnachtsgratifikationen bereits jetzt berechnen und monatlich Rücklagen bilden, statt alles im Dezember auf einmal zu zahlen. Zudem wird empfohlen, Forderungen von Kunden bereits im Oktober einzutreiben, bevor die typischen Geschäftsjahresend-Pausen und Zahlungsstopps der Kunden beginnen. Weitere Schutzmaßnahmen für Unternehmer sind, sich selbst ein festes Weihnachtsbudget aus dem eigenen Gehalt oder der Gewinnentnahme zu zahlen, statt direkt auf die Tageskasse zuzugreifen, den geschäftlichen Notfallfonds unangetastet zu lassen und bei Jahresend-Rabatten vorsichtig zu sein, damit das erhöhte Volumen nicht die Gewinnmargen zerstört.

Ein weiteres Risiko stellen gestapelte Null-Prozent-Finanzierungen dar. Während kleine monatliche Raten im Dezember unbedeutend erscheinen mögen, können sie bis zum März zu einer erheblichen finanziellen Last werden. Biglang-awa rät dazu, bei Käufen innezuhalten und zu prüfen, ob es sich um ein echtes Bedürfnis, einen bloßen Wunsch oder lediglich um gesellschaftlichen Druck handelt. Er empfiehlt die Regel, dass man eine Anschaffung nur tätigen sollte, wenn man sie auch sofort bar bezahlen könnte. Eine bewusste Budgetierung bedeute nicht, weniger zu geben, sondern gezielter zu handeln, etwa durch das Festlegen von Obergrenzen pro Person, das Ziehen von Namen für die erweiterte Familie oder die Auswahl weniger, aber bedeutungsvoller Geschenke. Wer religiöse Pflichten oder Spenden erfüllt, sollte diese Beträge ebenfalls vor dem eigentlichen Shopping festlegen.