Diplomatische Gespräche in Manila: Rubio und Wang Yi treffen auf regionaler Ebene
Am Mittwoch, den 22. Juli 2026, kamen der US-Außenminister Marco Rubio und der chinesische Außenminister Wang Yi im Rahmen eines Treffens der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN in Manila zu Gesprächen zusammen. Diese Begegnung findet vor dem Hintergrund globaler Krisen statt, darunter die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sowie anhaltende Spannungen im Südchinesischen Meer.
Ein möglicher Gipfel zwischen den Präsidenten der USA und Chinas, der für Ende September geplant ist, stand im Mittelpunkt der Gespräche. Laut Rubio wird ein solches Treffen weiterhin angestrebt. Die diplomatischen Bemühungen erfolgen in einer Phase, in der die Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften durch Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump über eine chinesische Einmischung in US-Wahlen belastet sind, was Peking jedoch bestreitet.
Die Vorfälle im Südchinesischen Meer haben besondere Brisanz. Es kam zu einer Auseinandersetzung zwischen der chinesischen Küstenwache und philippinischem Marinepersonal, woraufhin beide Nationen jeweils den Botschafter des jeweils anderen Landes einberiefen. Die australische Außenministerin Penny Wong äußerte sich besorgt über dieses „destabilisierende und riskante“ Verhalten.
Das chinesische Außenministerium wies die Einmischung Australiens in die Angelegenheiten des Südchinesischen Meeres zurück und forderte die Beteiligten auf, keine Spannungen zu schüren. In einem vor seinem Aufenthalt in Manila veröffentlichten Meinungsbeitrag warnte Rubio vor neuen, erpresserischen Bedrohungen für die ASEAN-Staaten. Sollte eine Macht die Kontrolle über die Gewässer des Südchinesischen Meeres erlangen und den Handel als geopolitisches Instrument nutzen, seien die Souveränität und die wirtschaftliche Zukunft der USA und der ASEAN-Staaten gefährdet.
Chinesische Außenminister Wang Yi betonte die Notwendigkeit von gegenseitigem Vertrauen und Offenheit als Grundlage für den regionalen Wohlstand und bezeichnete die ASEAN als Anker für den globalen Frieden. Gleichzeitig warf er Teilen des philippinischen Sicherheitsapparats vor, gezielte Provokationen im Interesse „externer Kräfte“ durchgeführt zu haben. Neben den bilateralen Gesprächen nahm Rubio auch an einem Treffen der Quad-Gruppe mit Vertretern aus Indien, Australien und Japan teil, um die Unterstützung für einen freien und offenen Indopazifik zu bekräftigen.