Politik

Digitalisierung der Philippinen: Erfolg und Hürden der Regierungspläne unter Marcos

Ein Jahr nach seiner Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) im Jahr 2025 zeigt sich bei der Digitalisierungsstrategie der Regierung unter Präsident Ferdinand Marcos Jr. ein gemischtes Bild. Während die Nutzung digitaler Regierungsdienste massiv gestiegen ist, kämpft die Infrastruktur mit technischen Kapazitäten und regulatorischen Konflikten.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – am Rednerpult stehend
Quelle: Google

Ein zentraler Pfeiler der Strategie ist die eGovPH-App, die 2023 eingeführt wurde. Laut dem Ministerium für Informationstechnologie und Kommunikation (Department of Information and Communications Technology, DICT) verzeichnete die App bis 2026 einen Nutzungsanstieg von 700 %. Insgesamt wurden seit dem Start 800 Millionen Transaktionen über die Plattform abgewickelt, wobei die App bereits 56 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Die Anwendung integriert mittlerweile 1.300 Regierungsdienste, darunter die Bearbeitung von Dokumenten und die Erneuerung von Ausweisdokumenten.

Trotz des Erfolgs kam es im April 2026 zu technischen Problemen. Aufgrund der hohen Nutzerzahlen war die App für einige Anwender zeitweise bis zu zwei Tage lang nicht erreichbar. Als Reaktion darauf plant das DICT eine Erweiterung der Serverkapazitäten und fordert derzeit ein Budget von 2,7 Milliarden Pesos für E-Government-Initiativen.

Auch der Ausbau der Internetverbindung schreitet voran. Die Zahl der kostenlosen Wi-Fi-Hotspots stieg von 4.000 im Jahr 2022 auf fast 19.000 im Jahr 2025 an. Laut DICT-Sekretär Henry Aguda wurden diese Standorte in 6.183 geografisch isolierten und benachteiligten Gebieten installiert. Zudem befindet sich das Flaggschiffprojekt des Ministeriums, das National Fiber Backbone, in der Endphase. Im Juni wurde die erste Phase des Mindanao Integrated Government Network gestartet.

Auf gesetzlicher Ebene gab es Spannungen durch den Konektdong Pinoy Bill. Das Gesetz, das den Wettbewerb im Telekommunikationssektor durch den Wegfall einer legislativen Konzession für Datenübertragungsanbieter stärken sollte, stieß auf Widerstand. Große Branchenakteure drohten mit Verfassungsbeschwerden, während Interessenverbände Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit, des Datenschutzes und der Zunahme von Online-Glücksspiel äußerten. Der Präsident unterzeichnete das Gesetz nicht, woraufhin es im August 2025 automatisch in Kraft trat.

Quellen

Dieser Beitrag wurde auf Grundlage der unten verlinkten Quellen und Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.