Wohnungsbauprogramm der Regierung steht wegen mangelnder Erreichbarkeit für Arme in der Kritik
EditIn seiner fünften Lagebericht-Rede (State of the Nation Address, SONA) thematisierte Präsident Ferdinand Marcos Jr. das Wohnungsdefizit auf den Philippinen. Er verwies dabei auf das Regierungsprogramm „Pambansang Pabahay Para sa Pilipino“ (4PH) und gab an, dass der Wohnungsmangel im vergangenen Jahr um mehr als 100.000 Einheiten gesunken sei. Der Präsident betonte, dass bezahlbarer Wohnraum durch die Politik der sozialen Absicherung auch als Investition für die Altersvorsorge philippinischer Arbeitnehmer dienen könne.
Kritiker bemängeln jedoch, dass die Umsetzung des 4PH-Programms die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsschichten kaum erreicht. Viele der staatlichen Wohnprojekte befinden sich außerhalb der Stadtzentren. Dies begünstige vor allem formal Beschäftigte oder Familien von OFWs, die über das nötige Einkommen für Pendelwege oder den Besitz von Fahrzeugen verfügen. Für die ärmsten Bewohner der Städte, die oft in informellen Siedlungen wie dem Baseco Compound in Manila oder in Gebieten in Quezon City, Navotas und Valenzuela leben, seien diese Standorte kaum tragbar.
Ein zentrales Problem stellt die Umsiedlung durch die nationale Wohnungsbehörde (National Housing Authority, NHA) dar. Familien, die aus Überschwemmungsgebieten oder aus dem Weg von Infrastrukturprojekten verdrängt werden, werden oft kilometerweit von ihren ursprünglichen Lebensräumen entfernt. Dies führt dazu, dass der Zugang zu Arbeitsplätzen erschwert wird und zusätzliche Kosten für den Schulweg der Kinder entstehen. In der Folge verlassen viele Empfänger die neuen Wohnungen wieder, um in den Städten erneut informelle Siedlungen zu beziehen.
Als möglicher Lösungsansatz wurde das Community Mortgage Program (CMP) genannt, das der Präsident in seiner Rede erwähnte. Dieses Programm ermöglicht es informellen Siedlern, sich in Gemeinschaftsverbänden zu organisieren, um gemeinsam Land zu erwerben und die Entwicklung des Standorts zu steuern. Während das CMP durch niedrige Zinsen und flexible Bedingungen speziell auf die Bedürfnisse der Armen zugeschnitten ist, hat sich die zuständige Social Housing Finance Corporation (SHFC) in den letzten Jahren verstärkt auf Partnerschaften mit privaten Entwicklern für Projekte außerhalb der Stadtzentren konzentriert.



