Gesellschaft: Iloilo

Wissenschaftler fordert Anpassung des Küstenschutzgesetzes in Iloilo City

In Iloilo City ist die Küste durch das Gesetz zur Coastal Greenbelt Zone (CGZ) geschützt, das einen 100 Meter breiten Schutzgürtel um 110 Hektar Mangrovenwälder festlegt und die Landgewinnung an der Küste verbietet. Dennoch warnen Experten davor, dass die aktuelle Gesetzgebung zu einseitig auf Mangroven fokussiert ist und die ökologische Realität der 32 Küsten-Barangays nicht vollständig abbildet.

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Symbolbild: Envato

Dr. Rex Sadaba, Wissenschaftler an der University of the Philippines Visayas (UP Visayas), kritisiert diese einseitige Fokussierung und schlägt umfassende Änderungen vor, die auf dem Prinzip „Das richtige Ökosystem am richtigen Ort“ basieren. So seien Mangroven auf schlammigen, wassergesättigten Boden angewiesen und könnten beispielsweise an sandigen Standorten wie der Villa Baybay im Stadtteil Arevalo nicht gedeihen. Stattdessen plädiert Sadaba für die Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirats, der die Bepflanzung basierend auf ökologischen Gegebenheiten steuert.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die starre Vorgabe eines 100 Meter breiten Pufferstreifens ab der Hochwasserlinie. Da Iloilo City ein dicht bebautes urbanes Zentrum ist, hält der Wissenschaftler diese Regelung in vielen Bereichen für unpraktikabel. Er empfiehlt stattdessen eine flexible Lösung, bei der die Breite des Grüngürtels durch ökologische Bewertungen, die Geomorphologie der Küstenlinie und die bestehende Landnutzung bestimmt wird. In dicht besiedelten Gebieten könnten vegetationsreiche Pufferzonen oder lineare Parks als Alternativen dienen. Zudem fordert die wissenschaftliche Seite, den Schutzbereich der CGZ auf Strandwälder, Dünenvegetation und Küstenfeuchtgebiete auszuweiten, da diese Lebensräume als natürliche Schutzschilde gegen Wind und Salzspritzer fungieren.

Die Durchsetzung der Regeln muss verschärft werden. Während die Stadt 5 Millionen PHP für die Umsetzung, Bildung und Überwachung bereitgestellt hat, fehlen bisher abgestufte Strafen. Ein System, das zwischen geringfügigen Verstößen und schweren ökologischen Schäden unterscheidet, sowie die Verpflichtung zur ökologischen Wiederherstellung auf Kosten der Verursacher, werden gefordert.