Wirtschaft: Iloilo

Wirtschaftswachstum in Western Visayas: Region führt nationales Ranking an und halbiert Armutsrate

Die Region Western Visayas hat sich im Jahr 2025 als die am schnellsten wachsende Regionalwirtschaft der Philippinen erwiesen. Mit einer Wachstumsrate von 6,4 Prozent verzeichnete die Region den höchsten Zuwachs aller Regionen des Landes. Gleichzeitig sank die Armutsquote unter Familien drastisch von 9,8 Prozent im Jahr 2023 auf 5,2 Prozent im Jahr 2025. Diese Daten der staatlichen Statistikbehörde Philippine Statistics Authority (PSA) verdeutlichen, dass die wirtschaftliche Expansion der Region, die ein Volumen von 683,44 Milliarden Pesos erreichte, zunehmend zu verbesserten Lebensbedingungen führt.

Bangka fishing boats on shore in low tide near El Nido village, Palawan, Philippines
Symbolbild: Envato

Trotz der Abspaltung der Negros Island Region festigte Western Visayas seine Position als achtgrößte Regionalwirtschaft des Landes. Arecio Casing, Regionaldirektor des Ministeriums für Wirtschaft, Planung und Entwicklung (DEPDev) für die Region 6, bezeichnete das gleichzeitige Auftreten von schnellem Wachstum und sinkender Armut als entscheidenden Indikator. Er betonte, dass dies zeige, dass der wirtschaftliche Aufschwung auch die untersten Schichten der Gesellschaft erreiche. Ein hohes Wachstum ohne gleichzeitige Armutsreduzierung sei nicht das angestrebte Ziel der regionalen Entwicklung.

Joyalita Tigres, leitende Spezialistin für wirtschaftliche Entwicklungsplanung in der Abteilung für Planungsstrategie des DEPDev-6, erläuterte, dass die Armutsmessung der PSA über rein einkommensbasierte Aspekte hinausgehe. Die Statistik berücksichtige auch multidimensionale Faktoren wie den Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung, Bildung und verschiedene soziale Indikatoren. In diesem Bereich konnte Western Visayas die Lebensstandards in den benachbarten Visayas-Regionen übertreffen.

Der Dienstleistungssektor stellt mit einem Anteil von 66,5 Prozent das Rückgrat der regionalen Wirtschaft dar. Dessen Bruttowertzuwachs stieg von 427,29 Milliarden Pesos im Jahr 2024 auf 454,19 Milliarden Pesos im Jahr 2025. Maßgebliche Treiber dieser Entwicklung sind der Tourismus sowie die IT-BPO-Branche (Information Technology, Business Process Outsourcing). Besonders Iloilo City und die Provinz Capiz halten die Dynamik im IT-Sektor aufrecht, selbst nachdem Negros als Teil der neuen Negros Island Region weggefallen ist.

Neben dem Dienstleistungssektor fungiert der Tourismus als wichtige wirtschaftliche Säule, gestützt durch Destinationen wie Boracay, Guimaras, Nord-Iloilo und die als UNESCO-Gastronomiestadt anerkannte Iloilo City. Weitere Faktoren für das wirtschaftliche Momentum sind Verbesserungen im Transportwesen, ein erweiterter digitaler Zugang, die Energieversorgung sowie Investitionen in die Klimaresilienz. Um die Arbeitskräfte auf neue Technologien vorzubereiten, setzt die Region zudem auf Initiativen wie das KI-Festival des Technologieministeriums (Department of Science and Technology) und verschiedene Startup-Programme. Ziel sei eine hochqualifizierte Belegschaft, die global wettbewerbsfähig ist.

Die zuständigen Behörden des DEPDev-6 führten den Erfolg auch auf die Arbeit von DSWD und DOH zurück, die soziale Sicherungssysteme und essenzielle Dienste ausgebaut haben.

Trotz der positiven Kennzahlen räumte das DEPDev-6 ein, dass weiterhin erhebliche Entwicklungsunterschiede bestehen. In geografisch isolierten und benachteiligten Gebieten sind Armut und Ungleichheit nach wie vor präsent. Zudem bleibt der Agrarsektor durch Klimarisiken, Wetterereignisse, Probleme bei der Ernährungssicherheit und Mangelernährung gefährdet. Strukturelle Hindernisse wie Defizite in der Infrastruktur und Einschränkungen beim Humankapital erschweren die dauerhafte Stabilisierung des Wachstums.

Infolgedessen wurden die Entwicklungsprioritäten für den Zeitraum 2025 bis 2028 neu kalibriert. Der Fokus liegt künftig auf der Transformation der Landwirtschaft, der Sicherung der Ernährung, einer beschleunigten Armutsbekämpfung sowie der Schaffung qualitativ hochwertiger Arbeitsplätze und Existenzgrundlagen. Die regionale Strategie sieht zudem den Ausbau der Infrastruktur, die Förderung von Digitalisierung und Innovation, eine stärkere Resilienz gegenüber Klimakatastrophen und eine verbesserte Regierungsführung vor. Eine detaillierte Aufschlüsselung der wirtschaftlichen und sozialen Leistung nach Provinzen wird in einem nachfolgenden Bericht der PSA erwartet.