Wirtschaftsexperten fordern Reformen statt reiner Soforthilfe nach SONA
EditDie wirtschaftlichen Herausforderungen für die Bevölkerung in den Philippinen stehen nach der jüngsten Ansprache zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) im Fokus. Wirtschaftsvertreter und Ökonomen fordern eine stärkere Konzentration auf langfristige strukturelle Reformen, während die Regierung verschiedene Entlastungsmaßnahmen angekündigt hat.
Zu den angekündigten Maßnahmen gehören Schuldenerleichterungen für Landwirte, Fischer und Kleinkreditnehmer sowie finanzielle Unterstützung für besonders schutzbedürftige Gruppen. Eine Senkung der Einkommensteuer für Teile der Mittelschicht ist ebenfalls vorgeschlagen. Diese Schritte sollen den steigenden Lebenshaltungskosten entgegenwirken, werden jedoch von Experten als lediglich ein Anfang betrachtet.
Perry Ferrer, Präsident der Philippine Chamber of Commerce and Industry (PCCI), betont, dass Unternehmen mehr als nur punktuelle Hilfen benötigen. Eine klare wirtschaftliche Strategie sei notwendig, um die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern, die Strom- und Logistikkosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit von Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken. Viele Unternehmen müssten derzeit bereits Betriebskosten einsparen oder Lohnsteigerungen selbst auffangen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Neben der Debatte um die Einkommensteuer steht auch die Rolle der Mehrwertsteuer (Value-Added Tax, VAT) zur Diskussion. Ökonomen haben vorgeschlagen, die VAT von derzeit 12 Prozent auf 10 Prozent zu senken, um die Inflation für die Haushalte abzufedern. Eine solche Senkung der Umsatzsteuer könnte eine breitere und unmittelbarere Entlastung bewirken, stellt jedoch die Regierung vor die Herausforderung, mögliche Einnahmeverluste durch Wirtschaftswachstum oder eine effizientere Steuerverwaltung auszugleichen.





