Wirtschaft: Cebu

Wirtschaftsexperte fordert vernetztes Ökosystem für Cebu

Die Provinz Cebu muss laut Jay Yuvallos, dem philippinischen Vorsitzenden des East Asia Business Council (EABC), eine einheitliche Strategie für Handel und Investitionen verfolgen, um im Wettbewerb mit südostasiatischen Nachbarn bestehen zu können. Die Region läuft sonst Gefahr, Boden zu verlieren, wenn Regierung und Wirtschaft nicht zu einem vernetzten wirtschaftlichen Ökosystem zusammenarbeiten.

Lush tropical island paradise in siargao, philippines, showing stilt houses and palm trees
Symbolbild: Envato

Cebu sollte nicht nur auf einzelne Stärken wie Tourismus, Schiffbau, Business Process Outsourcing (BPO) und Infrastruktur setzen, sondern diese Branchen integrieren. Länder wie Thailand, Malaysia und Vietnam haben durch ein solches Modell das RCEP erfolgreich genutzt. Das Handelsabkommen umfasst 16 Volkswirtschaften, macht etwa 30 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts aus und bietet Zugang zu 2,4 Milliarden Konsumenten.

Die Philippinen nutzen die Vorteile des RCEP im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten nur unzureichend. Yuvallos nennt als Gründe eine mangelnde Bekanntheit des Abkommens sowie ein fehlendes aggressives Vorgehen. Während Nationen wie China, Japan, Südkorea und Vietnam ihre regionalen Wertschöpfungsketten bereits ausgebaut haben, fehlt es auf den Philippinen an einer gezielten Förderung.

Ein wichtiger Aspekt ist die Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen in regionale Lieferketten, selbst wenn diese nicht direkt exportieren. Als Vorbild dient hierbei Malaysias Programm zur Beschleunigung von Zulieferern, das kleinere Betriebe mit Unternehmen in Wirtschaftszonen vernetzt. Um die lokale Wirtschaft zu unterstützen, haben die Cebu Chamber of Commerce and Industry (CCCI) und DTI kürzlich eine regionale Unterstützungseinheit eingerichtet, die lokalen Firmen helfen soll, sich im Rahmen des RCEP zurechtzufinden, insbesondere bei Themen wie Investitionsförderung und geistigem Eigentum.

Durch verbesserte Regeln zum Schutz des geistigen Eigentums könnten Branchen wie die Animation, Spieleentwicklung und Filmindustrie in Cebu gestärkt werden. Aktuell agiert die Region oft nur als Subunternehmer, aber durch sicherere IP-Regeln könnten hochwertigere Partnerschaften, etwa mit Firmen aus Japan, geschlossen werden. Voraussetzung für diesen Erfolg sind zudem kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur, insbesondere in die Verkehrsverbindungen zwischen dem Norden und Süden Cebus, sowie eine engere Abstimmung zwischen nationalen und lokalen Behörden.