Wirtschaft: Landesweit

Vom Alltagsstress zum eigenen Unternehmen: Die Entwicklung der Schuhmarke Posh Pocket

Eine persönliche Unannehmlichkeit im Berufsalltag führte zur Gründung der philippinischen Schuhmarke Posh Pocket. Nadine de Guzman, die Gründerin des Labels, arbeitete zuvor in der Werbebranche in Makati und sah sich gezwungen, während der Arbeit Absätze zu tragen. Oft musste sie für den Rest des Tages ein zweites, bequemeres Paar Schuhe in Tüten oder Plastikbeuteln mit sich führen, um den Komfort im Büro mit der Mobilität im Alltag zu vereinbaren.

A handcuffed person at a table during a business interaction, emphasizing legal issues.
Quelle: MART PRODUCTION / Pexels

Aus dieser Erfahrung entwickelte sie das Konzept für Posh Pocket, dessen Name sich aus den Begriffen „posh“, „pocket“ und „shoes“ zusammensetzt. Das Unternehmen startete mit kompakten, wandelbaren Schuhlösungen, die es Frauen ermöglichten, flache Schuhe platzsparend mitzuführen und bei Bedarf schnell zu wechseln. Ein besonderes Merkmal waren dabei Designs, bei denen man beispielsweise flache Schuhe in den Bereich von High Heels integrieren konnte, um flexibel auf Situationen zu reagieren.

Im Laufe der Zeit weitete die Marke ihr Sortiment aus und setzte verstärkt auf hochwertigere Materialien wie Leder, um dem Trend weg von der schnelllebigen „Fast Fashion“ hin zu langlebigeren Produkten entgegenzuwirken. Die Marke entwickelte sich von den ursprünglichen kompakten Modellen hin zu einer breiteren Kollektion für den täglichen Gebrauch, wobei die Qualität und die Beständigkeit der Stücke im Vordergrund standen.

Ein entscheidender Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte war die Entscheidung, die Produktion zu internalisieren. Zuvor hatte de Guzman auf externe Hersteller gesetzt, sah sich jedoch mit erheblichen Problemen konfrontiert. Die Hersteller kopierten ihre Designs und verkauften diese an andere Marken weiter, was zudem die Qualitätskontrolle erschwerte. Um die gesamte Lieferkette selbst zu kontrollieren und die Integrität der Designs zu sichern, gründete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann eine eigene Fabrik. Diese Entscheidung ermöglichte eine engere Zusammenarbeit mit einem eigenen Team von Schuhmachern und machte das Geschäftsmodell nachhaltiger. Die eigene Produktion gewann zudem an Bedeutung, als de Guzman die Herausforderung annahm, das Unternehmen mit der Erziehung ihrer Kinder in Einklang zu bringen.

Nach einer Phase, in der die Marke vor allem auf Basaren und Pop-up-Stores präsent war, eröffnete Posh Pocket schließlich sein erstes eigenes Ladengeschäft, was einen neuen Meilenstein für das Label darstellte. De Guzman beobachtete dabei eine Veränderung im Konsumverhalten: Seit der Pandemie suchen Kunden verstärkt nach individuellen und spezifischen Produkten. Durch den Einfluss der sozialen Medien ist das Bedürfnis nach persönlicher Mode gestiegen, da Konsumenten sich von repetitiven Trends abheben möchten. Dies zeigt sich in ihrem Angebot, das neben klassischen Modellen auch Maßanfertigungen umfasst, bei denen Kunden gezielt auf Stücke warten können, die speziell für sie gefertigt werden.

Mit Blick auf die Zukunft strebt de Guzman eine weltweite Bekanntheit der Marke an, betont jedoch, dass sie derzeit den wachsenden philippinischen Schuhsektor und die Zusammenarbeit zwischen lokalen Herstellern begrüßt. Sie sieht in der Kooperation unter philippinischen Schuhmachern einen wichtigen Schritt, um das lokale Handwerk zu fördern. Ihr Ziel bleibt es, durch handwerkliches Geschick zeitlose Klassiker zu schaffen, die über saisonale Trends hinaus Bestand haben und die Qualität philippinischer Handwerkskunst unter Beweis stellen.