Vizepräsidentin Sara Duterte unter Kritik nach Schweigen zu Pax-Silica-Projekt
EditWährend eines Aufenthalts in Den Haag, Niederlande, verweigerte die philippinische Vizepräsidentin Sara Duterte auf die Frage eines philippinischen Gastarbeiters zu dem geplanten Pax-Silica-Industriezentrum die Stellungnahme und gab an, zu diesem Thema nichts sagen zu können. Dieses Schweigen hat nun zu einer öffentlichen Diskussion über ihre politische Eignung für das Amt der Präsidentin geführt.
Das Pax-Silica-Projekt ist eine von den USA angeführte Initiative, die darauf abzielt, die technologische Dominanz Chinas im Bereich der Halbleiterfertigung und der Gewinnung seltener Erden zu kontern. Das geplante Zentrum soll auf einer Fläche von 1.600 Hektar in New Clark City in der Provinz Tarlac errichtet werden. Es ist als spezialisierter Standort für künstliche Intelligenz (KI) konzipiert, der die Montage, Prüfung und Verpackung von Halbleitern sowie die Entwicklung von KI-Infrastruktur ermöglichen soll.
Die Philippinen sind eines von 24 Ländern, die diesem Abkommen beigetreten sind, darunter auch die USA, Japan, Südkorea, Indien, Israel, das Vereinigte Königreich sowie verschiedene europäische Nationen. Ziel der Initiative ist der Aufbau einer globalen Lieferkette für Halbleiter, kritische Mineralien und KI-Technologien. Die Philippinen gelten aufgrund ihrer Rohstoffvorkommen, wie etwa Kupfer in Tampakan, South Cotabato, als strategisch wichtiger Partner.
Dutertes Antwort hat in den sozialen Medien heftige Reaktionen ausgelöst. Kritiker und politische Kommentatoren hinterfragen, wie sie als zweithöchste Amtsträgerin des Landes mit den drängendsten nationalen Themen vertraut sein könne, insbesondere da sie bereits öffentlich ihre Absicht bekundet hat, bei den Präsidentschaftswahlen 2028 zu kandidieren. Sie fordert für eine mögliche Amtszeit eine unabhängige Außenpolitik sowie ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität, Drogen und Terrorismus.
Gleichzeitig sieht sich die Vizepräsidentin mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert. Gegen sie laufen Impeachment-Verfahren aufgrund von Vorwürfen der Veruntreuung vertraulicher Gelder, unerklärten Vermögens, Bestechung sowie schwerer Drohungen gegen das Präsidentenpaar und den ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses. Eine Verurteilung würde zu ihrer Amtsenthebung und einem lebenslangen Verbot für öffentliche Ämter führen.

