Verteidigungsminister Teodoro weist chinesische Behauptung über Abkommen zurück
Der philippinische Verteidigungsminister Gilbert „Gibo“ Teodoro hat die Behauptung Chinas zurückgewiesen, es bestehe eine vorläufige Vereinbarung mit den Philippinen bezüglich des Ayungin-Riffs im Westphilippinischen Meer. Teodoro erklärte am Donnerstag, dass ihm keine derartige Vereinbarung bekannt sei. Er betonte zudem, dass China kein Mitspracherecht bei den Aktivitäten der Philippinen in ihrem eigenen Territorium habe.
Die Äußerungen des Ministers folgen auf einen Vorfall am 20. Juli, bei dem es zu einer Konfrontation zwischen der chinesischen Küstenwache und der philippinischen Marine kam. Dabei wurden mindestens zwei Angehörige der philippinischen Streitkräfte verletzt. Im Nachgang zu diesem Ereignis warf der chinesische Botschafter in Manila, Jing Quan, den Philippinen vor, gegen eine vorläufige Vereinbarung zu verstoßen. Laut Quan bestehe zwischen Manila und Peking eine Übereinkunft, die keine Bauarbeiten in den umstrittenen Gewässern erlaube.
Die Regierungsvertreter in Manila zeigten sich skeptisch gegenüber den Vorwürfen des Botschafters. Claire Castro, Pressereferentin des Palastes, forderte den chinesischen Diplomaten auf, die Existenz eines solchen Abkommens nachzuweisen. Sie verwies darauf, dass zuletzt von einem „Geheimdeal“ die Rede gewesen sei, dieser jedoch vor der Amtszeit von Präsident Ferdinand Marcos Jr. stattgefunden habe. Präsident Marcos hatte bereits zuvor die Gültigkeit etwaiger informeller Absprachen der Vorgängerregierung unter Rodrigo Duterte infrage gestellt, da es hierfür keine schriftlichen Belege gebe.
Das DFA bekräftigte am Donnerstag die Position, dass das Ayungin-Riff zur ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) des Landes gehöre. Das Land benötige daher keine Erlaubnis, um dort Schiffe zu entsenden oder Strukturen zu errichten. Das DFA wies zudem die Darstellung Chinas zurück, die vorläufige Verständigung über die Versorgungsmissionen (Rotation and Resupply - RORE) zum Marinegrundungsschiff BRP Sierra Madre sei eine Art Genehmigung. Diese Vereinbarung diene lediglich dazu, Missverständnisse und Fehlkalkulationen bei den Missionen zu vermeiden, ohne die nationalen Ansprüche zu beeinträchtigen.