Verstoß gegen Bleiverbot: EcoWaste Coalition entdeckt belastete Sprühfarben
Elf Sprühfarben von sechs verschiedenen Marken haben den gesetzlich zulässigen Grenzwert für Blei massiv überschritten. Die Umweltschutzgruppe EcoWaste Coalition hat diese Produkte identifiziert, die damit gegen die bestehende Anordnung des Umweltministeriums (Department of Environment and Natural Resources, DENR) verstoßen, die den Einsatz von Blei in Farben bereits seit 2013 streng regelt.
Die Laboruntersuchungen des Dienstleisters SGS ergaben extrem hohe Werte: Acht der elf untersuchten Produkte wiesen Konzentrationen von über 10.000 ppm auf. Der Chemical Control Order (CCO) für Blei und Bleiverbindungen besagt, dass der Bleigehalt in allen Farben, einschließlich Sprühfarben, maximal 90 ppm betragen darf. Die Farben wurden von der Coalition über Online-Händler zu Preisen zwischen 81 und 164 Pesos pro Stück erworben.
Besonders hohe Belastungen wurden bei der Marke Herios Spray Paint festgestellt, wobei eine gelbe Farbe aus China mit 95.600 ppm den Spitzenwert erreichte. Andere Marken wie Driveone Off Ultra Bright Night Light, LLA, Wei Yue und Amazing High Gloss zeigten Werte, die weit über dem Limit lagen. Die betroffenen Produkte stammen überwiegend aus Importen aus China und Thailand.
Die EcoWaste Coalition wird diese Funde in die bestehende öffentliche Warnliste für bleihaltige Farben aufnehmen, die bereits 228 getestete Produkte umfasst. Diese Warnung wird gemeinsam mit dem International Pollutants Elimination Network (IPEN) und der Philippine Paint and Coatings Association, Inc. (PPCAI) herausgegeben, um Verbraucher und Händler zu sensibilisieren.
Angesichts der Gesundheitsrisiken fordert die Coalition strengere Importbeschränkungen. Blei gilt als gefährliches Gift, das insbesondere bei Kindern bleibende Schäden an Gehirn und Entwicklung verursachen kann. Die Gruppe setzt sich zudem dafür ein, Bleichromate in die Liste der gefährlichen Chemikalien des Rotterdamer Übereinkommens aufzunehmen, um den weltweiten Handel mit diesen toxischen Pigmenten besser zu regulieren.