Verdacht auf Menschenhandel und illegale Anwerbung in Cebu: Ermittler nehmen Frau fest
EditIn der Gemeinde Compostela in der Provinz Cebu wurde eine Frau festgenommen, der der qualifizierte Menschenhandel sowie die groß angelegte illegale Anwerbung von Arbeitskräften vorgeworfen werden. Die Ermittlungen des National Bureau of Investigation (NBI) führten zur Identifizierung der Beschuldigten als Mayeth Gatchalian.
Der Fall nahm seinen Anfang am 26. August am internationalen Flughafen Mactan-Cebu. Dort kam es zu Verzögerungen bei der Abreise von drei Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Die Frauen hatten geplant, über Hongkong nach Armenien zu reisen, um dort als Hausangestellte mit einem monatlichen Gehalt von 27.000 Pesos zu arbeiten. Bei Befragungen durch das Bureau of Immigration (BI) erhärtete sich der Verdacht, dass die Frauen Opfer von Menschenhandel sein könnten, woraufhin der Fall zur weiteren Untersuchung an das NBI übergeben wurde.
Ein NBI-CEBDO und NBI-CEVRO führte die Festnahme durch. Arnel Pura, der Leiter des NBI-CEBDO, erklärte, dass die Untersuchungen bestätigten, dass Gatchalian die Frauen für die Beschäftigung in Armenien angeworben hatte. Sie soll die Reisevorbereitungen und die Überseebeschäftigung koordiniert haben. Laut NBI-Angaben arbeitete Gatchalian früher selbst als Vertragsarbeiterin in Armenien und agierte bei diesen Vorhaben offenbar auf eigene Faust.
Um die eigentliche Absicht der Reise zu verbergen, wurden die Reiseunterlagen und Tickets so gestaltet, dass sie einen touristischen Aufenthalt in Hongkong vortäuschten. Die Frauen verfügten zwar über vollständige Dokumente und Rückflugtickets, doch diente die geplante Route lediglich als Tarnung für die beabsichtigte Erwerbstätigkeit im Ausland. Pura betonte, dass die Frauen erheblichen Risiken ausgesetzt gewesen wären, falls sie die Philippinen verlassen hätten. Besonders während der Wartezeit auf ihre armenischen Visa in Hongkong hätten sie ohne den Schutz der lokalen Behörden eine hohe Gefahr für weitere Ausbeutung gehabt.
Die Ermittlungen wurden durch eine Zusammenarbeit zwischen dem BI, der Task Force gegen Menschenhandel am Flughafen Mactan-Cebu (Inter-Agency Council Against Trafficking-Mactan Cebu International Airport Task Force Against Trafficking) und dem NBI unterstützt. Gatchalian lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.
Der Vorfall steht im Kontext einer verstärkten Bekämpfung der Ausbeutung. Laut Daten des US-Außenministeriums untersuchten das NBI und die PNP im Jahr 2025 insgesamt 500 Fälle von Menschenhandel, wobei 233 Personen wegen Arbeitsausbeutung angeklagt wurden. Das Gesetz gegen Menschenhandel (Anti-Trafficking in Persons Act) sieht für Arbeitsausbeutung Freiheitsstrafen von bis zu 20 Jahren sowie Geldstrafen zwischen 1 und 2 Millionen Pesos vor.





