USA erheben Zölle auf Importe aus den Philippinen wegen Vorwürfen der Zwangsarbeit
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat neue Importzölle gegen 60 Handelspartner, darunter die Philippinen, verhängt. Die Maßnahmen mit Sätzen von 10 % und 12,5 % treten unmittelbar nach dem Auslaufen eines vorübergehenden globalen Zolls von 10 % in Kraft. Grund für die Entscheidung sind Vorwürfe, dass die betroffenen Länder die Verbote von Produkten, die durch Zwangsarbeit hergestellt wurden, nicht ausreichend durchsetzen.
Die philippinische Handels- und Industrieministerin Cristina Roque erklärte, man nehme die einseitige Entscheidung der USA zur Kenntnis. Sie betonte, dass die Philippinen weiterhin im Dialog mit den USA bleiben werden, um die nationale Politik gegen Zwangsarbeit zu verdeutlichen. Roque verwies darauf, dass das Land eine starke Haltung gegen Zwangsarbeit einnimmt, die im Einklang mit ILO stehe. Erst am Vortag der Bekanntgabe habe die Regierung zusammen mit dem Finanzministerium und dem Arbeitsministerium eine gemeinsame Verwaltungsanordnung unterzeichnet, um institutionelle Mechanismen zur Bekämpfung von Zwangsarbeit zu etablieren.
Der philippinische Botschafter in den USA, Jose Manuel „Babe“ Romualdez, zeigte sich zuversichtlich hinsichtlich diplomatischer Lösungen. Er gab gegenüber Medien an, dass die Entscheidung der Trump-Administration Verhandlungen zulasse und es weiterhin Spielraum für Gespräche gebe.
Die neuen Zölle basieren auf Abschnitt 301 des Handelsgesetzes von 1974. Laut US-Handelsbeauftragtem Jamieson Greer dienen die Maßnahmen dazu, Menschenrechtsverletzungen und wettbewerbsverzerrende Handelspraktiken zu korrigieren. Die Zölle betreffen etwa 99,4 % aller US-Importe, wobei es Ausnahmen für bestimmte Güter wie Öl, Gas, Düngemittel und einige Lebensmittel gibt.
Neben den Philippinen sind auch China und Vietnam von den neuen Zöllen in Höhe von 12,5 % betroffen. Während die USA China vorwerfen, Uiguren in Arbeitslagern festzuhalten, hat Vietnam erst kürzlich detailliertere Regeln zum Verbot von Zwangsarbeit-Importen erlassen. Andere Handelspartner wie die Europäische Union, Japan oder Südkorea erhielten Zollsätze, die in Kombination mit bestehenden Sätzen bei 10 % oder 12,5 % liegen. Die EU und die Schweiz merkten an, dass die neuen Zölle die in früheren Abkommen vereinbarten Höchstgrenzen nicht überschreiten.
Quellen
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