Wirtschaft: Guimaras, Iloilo

US-Importstopp für Krabben gefährdet 15.000 Arbeitsplätze in West-Visayas

Ein anhaltendes Importverbot der USA für philippinische Blaue Schwimmkrabben, lokal als „Kasag“ bekannt, bedroht die Existenzgrundlage von schätzungsweise 15.000 Menschen in der Region West-Visayas. Das Verbot, das bereits am 11. Juni 2026 in Kraft trat, belastet eine der wertvollsten Fischereibranchen der Region massiv.

Beautiful tropical seacape. El Nido, Palawan island, Philippines
Symbolbild: Envato

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich, da die USA der wichtigste Absatzmarkt für diese Krabben sind. Der jährliche Exportwert in die USA beläuft sich auf etwa 6 bis 7 Milliarden Pesos. Die Region West-Visayas, insbesondere die Inseln Panay und Guimaras sowie Negros Occidental, ist das Herzstück der nationalen Produktion und liefert fast 60 % der gesamten philippinischen Versorgung mit Blauen Schwimmkrabben.

Zu den bedeutenden Produktionsgebieten gehören Gemeinden in Nord-Iloilo wie Concepcion, Ajuy, Banate und Carles sowie Pilar in Capiz. Nach Schätzungen von Remia Aparri, Direktorin des Büros für Fischerei und Wasserressourcen (BFAR) für die Region 6, sind etwa 10.000 Fischer sowie zusätzlich 4.000 bis 5.000 Arbeiter in der Verarbeitung und beim Zupfen des Krabbenfleisches von Einkommensverlusten betroffen.

Die USA haben das Verbot verhängt, weil die Philippinen noch keine Maßnahmen etabliert haben, die mit den Anforderungen des US-amerikanischen Gesetzes zum Schutz von Meeressäugern (Marine Mammal Protection Act, MMPA) vergleichbar sind. Insbesondere bei der Dokumentation der Fänge, der Überwachung und dem Schutz von Meeressäugern bestehen laut US-Behörden Defizite.

Um den Zugang zum US-Markt wiederherzustellen, beschleunigt das BFAR derzeit die Umsetzung notwendiger Compliance-Maßnahmen. Die Behörde koordiniert sich mit Provinzregierungen und nationalen Stellen, um die Anforderungen der USA zu erfüllen. So werden unter anderem Verordnungen vorbereitet, um den Schutz von Meeressäugern und die Überwachung der Fischerei zu stärken. Parallel dazu arbeitet das BFAR mit dem DSWD sowie DOLE zusammen, um betroffenen Fischergemeinden, insbesondere in Nord-Iloilo, Unterstützung zur Existenzsicherung anzubieten.