Unübliche Bargeldabhebungen: Ermittler sehen Beweise gegen Vizepräsidentin Duterte
EditIm Rahmen der Ermittlungen gegen Vizepräsidentin Sara Duterte gibt es neue Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von Geheimgeldern. Konkret wurden im Büro der Vizepräsidentin vier Mal jeweils 125 Millionen Pesos in bar abgehoben. Beim Bildungsministerium erfolgten vier Bargeldabhebungen zu je 37,5 Millionen Pesos.
Die Zeugenaussagen der ehemaligen LandBank-Managerinnen Violeta Constantino und Nenita Camposano, die die Filialen Shaw Boulevard beziehungsweise Pasig leiteten, beschreiben die Transaktionen als höchst unüblich. Bei der LandBank werden derart hohe Summen üblicherweise per Scheck ausgezahlt und nicht in bar. Betroffen sind Abhebungen aus den Geheimgeldern des Büros der Vizepräsidentin (OVP) sowie des Bildungsministeriums (DepEd), das Duterte zuvor geleitet hatte.
Laut dem zuständigen Anwalt des Repräsentantenhauses, Lorenz Defensor, gelten die Aussagen ehemaliger Bankangestellter über ungewöhnliche Bargeldabhebungen in Millionenhöhe lediglich als „Vorspeise“ der Beweislage gegen die Vizepräsidentin. Defensor erklärte in einer Pressekonferenz, dass diese ungewöhnlichen Vorgänge ein idealer Ausgangspunkt für die Anklage seien. Ziel der Ermittlungen sei es, einen Vertrauensbruch gegenüber dem öffentlichen Amt sowie eine schuldhafte Verletzung der Verfassung nachzuweisen.
Die stellvertretende Chefanklägerin und Abgeordnete aus Batangas, Gerville Luistro, ergänzte, dass die Zeugen belegt hätten, wie die Gelder aus der Nationalkasse an die Behörden flossen und anschließend von den Sonderdispositionsbeauftragten Gina Acosta (OVP) und Edward Fajarda (DepEd) in bar abgehoben wurden. Luistro deutete an, dass im weiteren Verlauf des Impeachment-Verfahrens, bei dem es auch um die Anhäufung unerklärlichen Vermögens geht, eine intensive Diskussion über das Gesetz zur Bekämpfung der Geldwäsche sowie die Definition verdächtiger Transaktionen folgen werde.



