Untersuchung mutmaßlicher Scheinprojekte in Taguig angekündigt
Der Senatsausschuss für Korruptionsbekämpfung, das sogenannte Blue Ribbon Committee, plant die Untersuchung von Vorwürfen über sogenannte „Geisterprojekte“ im Infrastrukturbereich in der Stadt Taguig. Wie der Ausschussvorsitzende Erwin Tulfo am Donnerstag mitteilte, wird das Gremium die Untersuchung aufnehmen, sobald Senator Panfilo „Ping“ Lacson seine entsprechenden Erkenntnisse vorlegt.
Tulfo erklärte gegenüber Journalisten, dass die Informationen von Lacson zunächst geprüft werden müssten. Ziel sei es, die konkreten Anschuldigungen, die beteiligten Zeugen sowie die betroffenen Projekte zu identifizieren. Er betonte, dass es sich um eine ernste Angelegenheit handle, die eine genaue Prüfung erfordere.
Die Vorwürfe beziehen sich unter anderem auf eine mögliche Doppelfinanzierung. Laut Lacson wurden im Rahmen des Haushaltsgesetzes für 2025 (General Appropriations Act) zwei Mittelbeträge in Höhe von jeweils 100 Millionen Pesos für dasselbe Hangschutzprojekt in Taguig bereitgestellt. Er äußerte den Verdacht, dass eines dieser Projekte nicht existiere. Insgesamt habe er zusätzliche Mittelzuweisungen in Höhe von 2,385 Milliarden Pesos identifiziert, von denen ein Teil auf mutmaßliche Korruption zurückzuführen sei.
Lacson kritisierte zudem die massiven Mittelzuweisungen, die er Alan Peter Cayetano zuordnet. Er gab an, dass verschiedene Projekte für Hangschutz und Entwässerung in der Stadt, die jeweils etwa 100 Millionen Pesos kosten, Teil von insgesamt 6,79 Milliarden Pesos an Zusatzmitteln seien, die Cayetano im Haushalt 2025 platziert habe.
Neben den Infrastrukturprojekten erhob Lacson den Vorwurf gegen einen Ingenieur aus Taguig. Dieser soll in Casinos in Metro Manila unter zwei verschiedenen Pseudonymen agiert und Gewinne sowie Verluste in Höhe von fast 500 Millionen Pesos verzeichnet haben. Der Name des Ingenieurs wurde bisher nicht öffentlich genannt.
Während das National Bureau of Investigation (NBI) bereits mit der Prüfung der Vorwürfe begonnen hat, weist die Bürgermeisterin von Taguig, Lani Cayetano, die Existenz von Scheinprojekten zurück. Ihr Ehemann, Alan Peter Cayetano, forderte Lacson auf, Beweise für seine Behauptungen vorzulegen. Der Senatsausschuss könnte seine Ermittlungen zu Korruptionsverdacht im öffentlichen Bauwesen frühestens nächste Woche nach der staatlichen Rede des Präsidenten aufnehmen.