Politik: Metro Manila

Untersuchung gegen Vizepräsidentin Duterte: Beweise sollen an Ombudsmann übergeben werden

Ein Ankläger des Repräsentantenhauses bereitet die Übergabe von Beweismitteln an das Büro des Ombudsmanns vor, um mögliche Straftaten im Zusammenhang mit den Ausgaben der Vizepräsidentin untersuchen zu lassen. Joel Chua, ein Ankläger des Hauses aus Manila, erklärte in einem Nachrichtenforum, dass das Anklagegremium bereit sei, die während des Amtsenthebungsverfahrens gegen Sara Z. Duterte vorgelegten Beweise zur Prüfung vorzulegen. Dies geschieht nach einem Aufruf des Ombudsmanns Jesus Crispin Remulla, relevante Unterlagen einzureichen. Chua, der zudem den Ausschuss für gute Regierungsführung und öffentliche Rechenschaftspflicht (House Committee on Good Government and Public Accountability) während des 19. Kongresses leitete, wies darauf hin, dass der Ausschuss bereits einen Bericht über die fraglichen Ausgaben an den Ombudsmann übermittelt habe.

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Quelle: PIA

Gegenstand der Untersuchungen sind unter anderem die Verwendung von vertraulichen Mitteln in Höhe von insgesamt 612,5 Millionen Pesos. Davon entfielen 500 Millionen Pesos auf das Büro der Vizepräsidentin und 112,5 Millionen Pesos auf das Bildungsministerium, welches Vizepräsidentin Sara Z. Duterte im fraglichen Zeitraum ebenfalls leitete. Chua wies darauf hin, dass die Summe weit über der Schwelle für den Tatbestand der Plünderung (Plunder) liege, wobei auch Veruntreuung (Malversation) als mögliches Delikt geprüft werde. Er betonte jedoch, dass die bloße Untersuchung dieser Mittel nicht automatisch den Diebstahl oder eine illegale Verwendung beweise, sondern die Entscheidung über eine Anklage beim Ombudsmann liege.

Die rechtlichen Schritte folgen auch auf eine Entscheidung der Rechnungsprüfungsbehörde (Commission on Audit, COA), die einen Widerspruch gegen die Nichtgenehmigung von 73,287 Millionen Pesos an vertraulichen Ausgaben des Büros der Vizepräsidentin aus dem Dezember 2022 endgültig zurückgewiesen hat. Obwohl die Anklage am 13. Oktober drei von vier Artikeln des Amtsenthebungsverfahrens zurückgezogen hat, stellte Chua klar, dass dies die Vizepräsidentin nicht vor strafrechtlicher oder zivilrechtlicher Haftung schütze. Die Anklage begründete die Reduzierung der Artikel damit, dass eine Konzentration auf den Vorwurf des unerklärten Reichtums das Verfahren verkürzen und Kosten senken könne. Er wies zudem den Vorwurf zurück, die Beweise für die zurückgezogenen Artikel seien verschwendet worden, da viele davon bereits im Rahmen der parlamentarischen Untersuchungen geprüft worden seien.

Der forensische Buchhaltungsexperte Alexander Cabrera schätzte den mutmaßlich unerklärten Reichtum von Duterte und ihrem Ehemann, dem Anwalt Manases Carpio, für den Zeitraum von 2022 bis 2025 auf etwa 817,87 Millionen Pesos. Unter weniger konservativen Annahmen könnte dieser Betrag sogar 1,5 Milliarden Pesos erreichen, wobei die Verteidigung diese Vorwürfe und die Ergebnisse des Experten angefochten hat. Nach dem Rückzug der anderen Artikel bleibt im Amtsenthebungsverfahren lediglich der Vorwurf des unerklärten Reichtums als einziger verbleibender Punkt bestehen.

Das Verfahren vor dem Senats-Impeachment-Gericht wird am 9. November wieder aufgenommen. Chua begrüßte die Möglichkeit, dass Duterte und Carpio aussagen könnten, um die fraglichen Finanztransaktionen zu erklären, da die Öffentlichkeit bereits lange auf eine Erklärung der Vizepräsidentin warte. Die Anklage plant, ihr formelles Beweisangebot bis zum 23. Oktober einzureichen, woraufhin die Verteidigung Stellung nehmen kann. Zudem bereitet die Anklage das Kreuzverhör von Zeugen der Verteidigung vor. Chua forderte das Anwaltsteam von Duterte zudem heraus, die Abweisung des verbleibenden Falls zu beantragen, falls die Beweise unzureichend seien, wobei dies von den Regeln des Senatsgerichts abhänge. Er betonte abschließend, dass die Vorwürfe zu den vertraulichen Mitteln auch nach Abschluss des Amtsenthebungsverfahrens separat untersucht werden könnten.