Wirtschaft

Unterbezahlung von Zuckerbauern in Negros Occidental sorgt für öffentliche Empörung

Ein emotionaler Hilferuf eines Zuckerbauern aus der Provinz Negros Occidental hat auf den Philippinen eine Welle der Solidarität und Entrüstung ausgelöst. Raffy Valentin, ein Arbeiter der Hacienda Lolita in der Stadt Cadiz, forderte während einer Konferenz mit dem Arbeitsministerium (Department of Labor and Employment, DOLE) am 18. Juli eine gerechte Entlohnung. In einem Video, das daraufhin online verbreitet wurde, brach Valentin unter Tränen zusammen, während er über seine prekäre finanzielle Lage berichtete.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
Quelle: Google

Valentin gab an, alle zwei Wochen lediglich 2.500 Pesos zu erhalten, wobei dieser Betrag je nach Saison sogar noch sinken könne. Dies entspreche etwa 179 Pesos pro Arbeitstag. Er erklärte in seiner Muttersprache Hiligaynon, dass dieser Betrag kaum ausreiche, um die Grundbedürfnisse der Familie zu decken, weshalb sie beim Kauf von Lebensmitteln oft auf teurere Waren verzichten und nur getrockneten Fisch kaufen könnten. Er betonte, dass er und seine Kollegen hart arbeiteten und lediglich die Entlohnung verlangten, die ihnen zustehe.

Zusammen mit weiteren Landarbeitern hat Valentin eine Beschwerde gegen den Landbesitzer Aurelio Valderrama Jr. eingereicht. Valderrama ist zudem Präsident der Confederation of Sugar Producers Associations. Die Arbeiter werfen ihm vor, ihnen das 13. Monatsgehalt, gesetzliche Sozialleistungen sowie einen Anteil von 3 Prozent am sogenannten Sugar Amelioration Bonus vorenthalten zu haben.

Die Situation löste in den sozialen Medien eine intensive Debatte aus. Prominente Persönlichkeiten wie die Schauspielerin Denise Laurel, der Content-Creator David Guison und der Blogger Bryanboy äußerten sich besorgt oder kritisierten die Zustände als unmenschlich. Nutzer auf Plattformen wie Instagram bezeichneten die Bezahlung als eine Form der Sklaverei und forderten eine Überprüfung staatlicher Hilfsprogramme für den Agrarsektor. Zudem wurde die Initiative „One Race for Filipino“ aktiv, um Unterstützung für die Arbeiter zu sammeln.

In der Zwischenzeit wurde über soziale Netzwerke dazu aufgerufen, der Familie von Valentin finanziell unter die Arme zu greifen. Das Büro von Valderrama wies die Vorwürfe der Arbeiter zurück und betonte, man halte sich an dem Grundsatz fest, dass eine faire Arbeit auch einen fairen Lohn erfordere.

Quellen