Umweltgruppe und Aktivisten kritisieren Marcos nach fünfter Lagebesprechung
EditNach der fünften Lagebesprechung des Präsidenten (State of the Nation Address, SONA) am 27. Juli 2026 haben die Umweltorganisation IDIS und verschiedene progressive Gruppen die Regierung unter Ferdinand Marcos Jr. scharf kritisiert. Im Zentrum der Kritik stehen mangelhafte Hochwasserschutzmaßnahmen, die geplante Abfallverbrennung sowie die Lage der Menschenrechte im Land.
Die IDIS nahm Bezug auf die Anerkennung von Korruption bei Hochwasserschutzprojekten durch den Präsidenten. Mark Peñalver, der Exekutivdirektor von IDIS, betonte, dass Hochwasserschutz auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, Transparenz und ökologischem Schutz basieren müsse. Natürliche Systeme wie Wälder, Flüsse und Feuchtgebiete sollten dabei als kritische Infrastruktur anerkannt werden, die Gemeinschaften vor klimabedingten Gefahren schützt.
Hinsichtlich der Abfallwirtschaft begrüßte IDIS zwar die Pläne zur Überprüfung des Gesetzes über das ökologische Festabfallmanagement (Ecological Solid Waste Management Act), sprach sich jedoch entschieden gegen die Nutzung von Müllverbrennungsanlagen zur Energiegewinnung aus. Solche Verfahren würden die Müllproduktion fördern und Risiken für die öffentliche Gesundheit bergen. Stattdessen fordere die Gruppe Maßnahmen zur Abfallvermeidung, bessere Mülltrennung und eine stärkere Recylingförderung.
Zudem äußerte die Organisation Bedenken gegenüber dem geplanten Pax Silica Industrial Hub und forderte wissenschaftliche Bewertungen sowie öffentliche Konsultationen für Großprojekte. Auch bei Aufforstungsprogrammen solle nicht die Anzahl der gepflanzten Setzlinge, sondern das langfristige Überleben der Bäume und die Wiederherstellung der Ökosysteme als Maßstab dienen.
Parallel dazu fanden im Freedom Park Proteste progressiver Gruppen statt. Die SMR warf der Regierung vor, die Menschenrechte zu verletzen und die Korruption nicht effektiv zu bekämpfen. Ely Cayao, Vorsitzender von Karapatan-SMR, verwies auf den Skandal um den Hochwasserschutz, bei dem es um 421 fiktive Projekte und Verluste von bis zu 118,5 Milliarden Pesos gehe. Die Regierung habe es bisher versäumt, die Verantwortlichen für diese Gelder zu belangen.


