Gesellschaft: Landesweit

Umweltgruppe kritisiert Fokus auf Infrastruktur bei Hochwasser- und Müllproblemen

Die IDIS fordert von der philippinischen Regierung, bei der Bekämpfung von Überschwemmungen und der Müllkrise nicht nur die Symptome zu behandeln. In einer Pressemitteilung vom 27. Juli reagierte die Gruppe auf die jüngste Ansprache des Präsidenten zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA), in der Korruption bei Hochwasserschutzprojekten sowie die Verschlechterung der Müllsituation eingeräumt wurden.

Construction Workers Standing near Concrete Mixer TrucksDragonImages
Symbolbild: Envato

Laut IDIS könne Widerstandsfähigkeit gegenüber Naturkatastrophen nicht allein durch Beton geschaffen werden. Die Organisation betont, dass Hochwasser oft auf die Zerstörung von Wassereinzugsgebieten, den Verlust natürlicher Wasserwege und Entwässerungssysteme sowie auf eine mangelhafte Stadtplanung zurückzuführen seien. Mark Peñalver, der Exekutivdirektor der IDIS, erklärte, dass Hochwasserschutz auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, Transparenz und ökologischem Schutz basieren müsse. Natürliche Systeme wie Wälder, Flüsse und Feuchtgebiete sollten dabei als kritische Infrastrukturen anerkannt werden, die Gemeinschaften vor klimabedingten Gefahren schützen.

Auch bei der Abfallwirtschaft äußert die Gruppe Vorbehalte gegenüber den Plänen von Präsident Ferdinand R. Marcos Jr. Eine Reform des 25 Jahre alten Gesetzes zur ökologischen Festabfallwirtschaft (Ecological Solid Waste Management Act) sei zwar notwendig, doch die IDIS spricht sich deutlich gegen die Nutzung von Müllverbrennungsanlagen zur Energiegewinnung aus. Solche Projekte würden die Ursachen der Müllproduktion nicht angehen, sondern könnten den Bedarf an Abfall sogar künstlich hochhalten. Zudem warnten die Umweltschützer vor Luftemissionen, giftiger Asche und negativen Folgen für die öffentliche Gesundheit. Stattdessen forderten sie eine Stärkung der Abfallvermeidung, des Recyclings und der Verantwortung der Produzenten.

Zusätzlich äußerte die IDIS Besorgnis über groß angelegte Entwicklungsprojekte wie den geplanten Industriestandort Pax Silica. Während das Projekt als Chance für Investitionen und Arbeitsplätze präsentiert wird, sieht die Gruppe Risiken für die Wasserressourcen, den Energiebedarf und die lokalen Ökosysteme. Die Regierung dürfe sich nicht allein darauf verlassen, dass bestehende Gesetze eingehalten werden, sondern müsse den Umweltschutz von Beginn an priorisieren.