Politik: Landesweit

Umfragen: Philippinische Bevölkerung fordert Arbeitsplätze und Korruptionsbekämpfung

Während der jüngsten Ansprache an die Nation (State of the Nation Address, SONA) von Präsident Ferdinand Marcos Jr. zeigen aktuelle Umfragen eine Verschiebung der Prioritäten in der philippinischen Bevölkerung. Zwar bleibt die Senkung der Lebensmittelpreise das wichtigste Anliegen, doch wächst der Fokus der Bürger zunehmend auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und eine konsequentere Bekämpfung der Korruption.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
Quelle: Google

Eine von der Stratbase Group in Auftrag gegebene Umfrage, die zwischen dem 28. Juni und dem 6. Juli 2026 unter 2.400 Befragten durchgeführt wurde, verdeutlicht diesen Wandel. Laut der Erhebung nannten 30 Prozent der Filipinos die Erschwinglichkeit von Grundnahrungsmitteln wie Reis, Fleisch und Fisch als vorrangige Aufgabe der Regierung. Dieser Wert sank jedoch deutlich gegenüber dem März 2026, als noch 41 Prozent diesen Punkt als wichtigstes Thema anführten.

Gleichzeitig stieg das Interesse an wirtschaftlichen und administrativen Reformen. Der Anteil der Befragten, die die Schaffung von Arbeitsplätzen und Existenzgrundlagen forderten, kletterte von 24 Prozent im März auf 28 Prozent im Juli. Auch die Forderung nach einer Reduzierung der Korruption, um bessere öffentliche Dienstleistungen zu gewährleisten, nahm von 26 auf 28 Prozent zu. Eine weitere Pulse-Asia-Umfrage stützte diesen Trend und betonte, dass die Bevölkerung insbesondere die Rechenschaftspflicht bei umstrittenen Hochwasserschutzprojekten fordert.

Die regionalen Unterschiede in den Umfragen sind ausgeprägt. In der NCR bleibt die Sicherung erschwinglicher Lebensmittel mit 36 Prozent die wichtigste Priorität. In Mindanao hingegen verdoppelte sich die Forderung nach Korruptionsbekämpfung von 16 Prozent im März auf 32 Prozent im Juli. In der Region Visayas gaben zudem 20 Prozent der Befragten an, dass der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung ihre oberste Priorität darstelle.

Victor Andres „Dindo“ Manhit, Präsident der Stratbase Group, ordnete die Ergebnisse so ein, dass die Erwartungen der Filipinos mit dem Eintritt der Administration in die letzten zwei Amtsjahre komplexer werden. Die Forderungen nach günstigen Lebensmitteln, fairen Löhnen und einer sauberen Regierungsführung seien nicht mehr als getrennte Themen, sondern als zusammenhängende Erwartungen an eine effektive Regierungsführung zu verstehen.