Türkei plant Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen und Infrastrukturprojekte auf den Philippinen
EditDie Türkei strebt eine Erweiterung ihrer wirtschaftlichen Präsenz auf den Philippinen an. Über den bisherigen Handel mit Lebensmitteln und Agrarprodukten hinaus möchte Ankara verstärkt an großen Infrastrukturprojekten teilnehmen. Wie der türkische Botschafter Niyazi Akyol in einem Interview am Montag erklärte, sieht die Türkei erhebliche Möglichkeiten innerhalb des Infrastrukturprogramms der Regierung unter Präsident Marcos, insbesondere im Rahmen des Luzon Economic Corridor (LEC).
Ein konkretes Beispiel für die bereits bestehende Zusammenarbeit ist das Projekt NSCR. Das türkische Bauunternehmen Gülermak ist dort bereits Teil eines Konsortiums, das einen Abschnitt der Bahnstrecke errichtet. Akyol verwies zudem auf das nationale Bauprogramm „Build Better More“ und betonte, dass die Türkei nach dem Vorbild Chinas über den zweitgrößten Bausektor der Welt verfüge. Man plane, künftige Ausschreibungen im Rahmen des LEC genau zu verfolgen, um mehr türkische Firmen zu beteiligen.
Parallel zur Infrastruktur soll auch der Agrarhandel intensiviert werden. Rund 30 türkische Geflügelbetriebe haben bereits die Akkreditierung für Exporte auf die Philippinen beantragt. Das philippinische Landwirtschaftsministerium plant, noch vor Ende des Jahres Inspektionen vor Ort in der Türkei durchzuführen. Zudem wurden im Rahmen von Handelsgesprächen im Mai die Philippinen als Prioritätsland für Geflügelinspektionen eingestuft und eine Überprüfung der Antidumpingzölle auf türkische Mehlimporte in Aussicht gestellt.
Auch der Import philippinischer Waren aus den Tropen steht im Fokus. Die Türkei zeigt Interesse an Kokosprodukten wie Kokoswasser und Kokosöl sowie an Früchten wie Mangos, Avocados und Papayas. Auch Meeresfrüchte, darunter Garnelen und Muscheln, werden als Potenzial für den türkischen Markt genannt. Ferdinand Ferrer, Präsident der Philippine Chamber of Commerce and Industry (PCCI), sieht in der Türkei zudem ein Tor für philippinische Exporteure in benachbarte Märkte, wobei besonders halal-zertifizierte Lebensmittel eine große Chance darstellen.
Die Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern sind bereits im Wachstum begriffen: Im Jahr 2025 erreichte das Handelsvolumen 441 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz dieser Entwicklung FTA. Solche Verhandlungen seien komplex, könnten aber bei einem Treffen der gemeinsamen Wirtschaftskommission thematisiert werden.














