Tödliche Schüsse in Quezon City: Sicherheitsbeamter erschießt drei Jugendliche
EditGegen 2 Uhr morgens am 12. Oktober kamen drei Jugendliche in der Nähe von Batasan Hills in Quezon City ums Leben, nachdem ein Mitglied der Task Force Disiplina auf eine mutmaßliche Verletzung der Ausgangssperre reagiert hatte.
Der Vorfall ereignete sich, als Alvince Tolentino, ein Mitarbeiter der für die Durchsetzung städtischer Verordnungen zuständigen Task Force Disiplina, drei Teenager im Alter von 15, 18 und 19 Jahren konfrontierte. Laut Polizeiangaben war Tolentino zum Zeitpunkt des Vorfalls alkoholisiert und es kam zu einem Streit, als die Jugendlichen flüchteten. Tolentino soll daraufhin eine Schusswaffe gezogen, die Jugendlichen nachgestellt und das Feuer auf sie eröffnet haben.
Nach seiner Festnahme bezeichnete Tolentino die Opfer als gesellschaftliche Plage, im Original als salot sa lipunan. Er verwies darauf, dass die Jugendlichen gegen die Ausgangssperre verstoßen hatten, und erklärte, er überlasse es dem Gericht zu entscheiden, ob er die dreifachen Morde begangen habe.
Die Bürgermeisterin von Quezon City, Joy Belmonte, verurteilte den Vorfall und die Äußerungen des Täters als falsch und unverantwortlich. Als Reaktion auf das Ereignis hat sie die Task Force Disiplina aufgelöst. Für alle Mitglieder, die weiterhin im Dienst des Department of Public Order and Safety verbleiben möchten, ordnete sie Hintergrundüberprüfungen, neuropsychologische Untersuchungen sowie Drogentests an.
Der Vorfall wirft Fragen zur Auswahl und Überwachung des Personals auf, insbesondere da die Stadtverwaltung angibt, dass die Task Force keine Schusswaffen ausrüstet und Tolentino somit eine private Waffe besessen haben muss. Zudem steht die Vorgeschichte der Einheit im Fokus: Bereits im April 2020 gab es Vorfälle von übermäßiger Gewalt durch Einsatzkräfte, als ein Beamter einen Fischverkäufer wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Covid-19-Quarantäneregeln mit einem Rattanstab schlug und zu Boden schleifte; dieser Mitarbeiter wurde daraufhin für 60 Tage suspendiert.
Zudem gab es im selben Jahr kontroverse Äußerungen des damaligen Leiters der Task Force, Rannie Ludovica. Er hatte eine Politik des Abschießens von Quarantäne-Verstößen nahegelegt und schrieb, dass verantwortungslose Bewohner getötet werden sollten. Während das Department of the Interior and Local Government diese Drohungen als illegal einstufte und Ludovica sich entschuldigte, wurde die Task Force danach weitergeführt. Die Stadtverwaltung muss nun klären, wie Tolentino rekrutiert wurde, welche Überprüfungen stattfanden, ob bereits früher Beschwerden gegen ihn vorlagen und wie die Aufsichts- und Disziplinarverfahren innerhalb der Einheit funktionierten.






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