Gesellschaft – Iloilo
Studierende kritisieren Bildungskrise und mangelnde Chancen bei Youth Address in Iloilo
Während der diesjährigen „State of the Youth Address“ (SOYA) in Iloilo City haben Studentische Führungspersönlichkeiten und Jugendaktivisten eine tiefe Krise im philippinischen Bildungssystem angeprangert. Trotz eines Rekordbudgets für den Bildungssektor unter der Regierung von Präsident Marcos Jr. wiesen die Teilnehmer auf massive Defizite hin, darunter ein landesweiter Mangel von 165.443 Klassenzimmern, überfüllte Schulen und sinkende akademische Leistungen.
Das K-12-Programm wurde vom ehemaligen Abgeordneten der Kabataan-Parteiliste, Raoul Danniel Abellar Manuel, als gescheitert bezeichnet, da es die Bildungsqualität nicht wie erhofft gesteigert habe. Daten der zweiten Kongresskommission für Bildung (EDCOM II) unterstützten diese Kritik und berichteten von besorgniserregenden Rückgängen der Kompetenzen in den Klassenstufen 3, 6, 10 und 12. Insbesondere bei den Abschlussklassen der Senior High School zeigte sich dies deutlich: Von 1,6 Millionen Schülern der 12. Klasse erreichten laut EDCOM II lediglich 6.518 die erforderliche Kompetenz in Kernbereichen.
Neben der Bildung thematisierten die Aktivisten auch die prekäre Lage auf dem Arbeitsmarkt für junge Menschen. Manuel verwies auf Daten der staatlichen Statistikbehörde Philippine Statistics Authority (PSA), wonach die Erwerbsbeteiligung von Jugendlichen von 31,8 Prozent im Vorjahr auf 30,7 Prozent gesunken sei. Er warnte zudem vor einer zunehmenden Ausbeutung der jungen Generation.
Ein weiterer Schwerpunkt der Kritik betraf die Sicherheit und die demokratischen Rechte. NTF-ELCAC und bezog sich dabei auf Aussagen des NTF-ELCAC-Direktors Ernesto Torres, der suggeriert habe, dass Aufstände oft in Klassenzimmern begännen. Die Aktivisten betonten, dass solche Äußerungen und das sogenannte „Red-Tagging“, die Markierung von Personen als kommunistische Sympathisanten, im Widerspruch zu Urteilen des Obersten Gerichtshofs und der Menschenrechtskommission stünden.
Die Spannungen vor Ort nahmen zu, als eine nicht identifizierte Person beobachtet wurde, die während einer Interaktion mit der Polizei vor dem Veranstaltungsort Fotos und Videos machte. Die Western Visayas Youth and Students Alliance verurteilte diesen Vorfall als Eingriff in die Rechte der Jugend und äußerte Besorgnis über die Sicherheit der Studierenden sowie die Freiheit der Meinungsäußerung.