Wirtschaft: Landesweit

Strompreise in Davao steigen massiv an: Forderungen nach Reform des Energiemarktes

Die Stromtarife für Privathaushalte in Davao City sind innerhalb von sieben Monaten um 34,8 Prozent gestiegen. Dieser drastische Anstieg hat bei Verbraucherschützern und Lokalpolitikern erneut Forderungen nach einer grundlegenden Überarbeitung der nationalen Energiepolitik ausgelöst.

CoverPhoto_DSWD brings livelihood disaster aid to remote Guimaras island villages
Bild: PIA - CoverPhoto_DSWD brings livelihood disaster aid to remote Guimaras island villages

Laut Angaben des Energieversorgers Davao Light and Power Co., Inc. (DLPC) stieg der Preis für den Abrechnungszeitraum vom 11. Juli bis zum 10. August um 0,79 Pesos pro Kilowattstunde auf insgesamt 13,09 Pesos. Im Vergleich zum Dezember 2025, als der Tarif noch bei 9,71 Pesos pro Kilowattstunde lag, bedeutet dies eine Steigerung von 3,38 Pesos pro Kilowattstunde. Betroffene Haushalte berichten von einer enormen finanziellen Belastung; so stieg die Rechnung einer Bewohnerin aus Barangay Cabantian in einem einzigen Zyklus um mehr als 2.000 Pesos an.

Davao Light begründet die Preiserhöhung mit gestiegenen Erzeugungskosten am WESM. Als Ursachen nennt das Unternehmen Anlagenausfälle in den Regionen Luzon, Visayas und Mindanao sowie Versorgungsengpässe infolge eines schweren Erdbebens der Stärke 7,8 in Süd-Mindanao im vergangenen Juni. Das Unternehmen verwies darauf, dass es sich nach dem Electric Power Industry Reform Act (EPIRA) von 2001 lediglich um sogenannte Durchlaufposten handele, die an die Kunden weitergegeben werden müssten.

Um die Belastung abzufedern, hat die Energieaufsichtsbehörde Energy Regulatory Commission (ERC) genehmigt, einen Teil der Erzeugungskosten gestreckt über die Monate August bis Dezember zu erheben. Dennoch fordern lokale Ratsmitglieder wie Danilo Dayanghirang mehr Transparenz. Er hinterfragt, warum die Kosten trotz der Präsenz großer Kohlekraftwerke in Mindanao weiter steigen, und plädiert für mehr Wettbewerb durch die Einbindung zusätzlicher Stromerzeuger.

Kritiker sehen die Ursache in strukturellen Mängeln des EPIRA-Gesetzes. Rauf Sissay von der Organisation Bagong Alyansang Makabayan-Southern Mindanao (BAYAN-SMR) bezeichnete die Privatisierung des Stromsektors als Problem, das die staatliche Kontrolle über lebensnotwendige Dienste verringert habe. Er fordert die Aufhebung des EPIRA-Gesetzes, die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Strom sowie verstärkte Investitionen in erneuerbare Energien.