Senatorin Legarda warnt vor steigender Wachstumsverzögerung bei Kindern
Die Rate der Wachstumsverzögerungen (Stunting) bei Kindern unter fünf Jahren auf den Philippinen ist erstmals seit einem Jahrzehnt wieder angestiegen. Senatorin Loren Legarda forderte in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung verstärkte staatliche Maßnahmen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.
Daten des FNRI des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie zeigen, dass der Anteil der betroffenen Kinder unter fünf Jahren von 23,6 Prozent auf 25,3 Prozent gestiegen ist. Damit ist etwa jedes vierte philippinische Kind von chronischer Unterernährung betroffen. Dieser Anstieg um 1,7 Prozentpunkte beendet einen Abwärtstrend, der seit 2015 anhielt. Die Zahlen wurden zudem von der Second Congressional Commission on Education (EDCOM II) hervorgehoben.
Legarda betonte, dass Wachstumsverzögerungen durch chronische Unterernährung dauerhafte Folgen für das körperliche Wachstum, die Gehirnentwicklung, die Lernfähigkeit und die künftige Produktivität von Kindern haben. Sie warnte zudem davor, dass die Auswirkungen über das fünfte Lebensjahr hinausgehen: Laut FNRI sind weiterhin 18,9 Prozent der Schulkinder im Alter von fünf bis zehn Jahren sowie 21,4 Prozent der Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren von Wachstumsverzögerungen betroffen.
Die Krise trifft ländliche Regionen deutlich härter als städtische Gebiete. Während in Städten 23,2 Prozent der Kinder betroffen sind, liegt die Rate in ländlichen Gebieten bei 27,8 Prozent. Besonders hohe Werte verzeichnen die Bangsamoro Autonomous Region in Muslim Mindanao mit 36 Prozent, die Zamboanga-Halbinsel mit 34,6 Prozent, die Negros Island Region mit 30,9 Prozent und Mimaropa mit 30,3 Prozent.
Die Senatorin forderte eine engere Zusammenarbeit zwischen nationalen Behörden, lokalen Regierungen, Schulen, Gemeinden und dem Privatsektor. Ziel müsse es sein, Programme zur frühkindlichen Entwicklung und Ernährung vollständig umzusetzen, die Gesundheitsversorgung für Mütter zu stärken und den Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln zu verbessern. Dabei solle sichergestellt werden, dass alle Familien von den Schutzmaßnahmen des sogenannten First 1,000 Days Law profitieren. Legarda wies darauf hin, dass Bildungsreformen ohne eine Lösung der Ernährungsprobleme nicht vollumfänglich erfolgreich sein könnten, da die ersten 1.000 Tage eines Lebens, von der Schwangerschaft bis zum Alter von zwei Jahren, das Fundament für die lebenslange Entwicklung bilden.