Schwerpunkt Korruption und Schuldenlast vor der SONA 2026
Die bevorstehende Ansprache von Präsident Ferdinand Marcos Jr. zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) am 27. Juli steht vor massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Im Zentrum der Debatte stehen eine hohe Staatsverschuldung, Korruption und die zunehmende soziale Ungleichheit im Land.
Schätzungen zufolge gingen zwischen 2016 und 2025 rund 8,8 Billionen Pesos durch Korruption verloren. Dieser Verlust hat direkte Auswirkungen auf die öffentliche Infrastruktur: Das Geld fehlt unter anderem für den Bau von Klassenzimmern, die Finanzierung von Krankenhäusern und die Unterstützung der Landwirtschaft, die dadurch stärker Importschocks und dem Einfluss von Zwischenhändlern ausgesetzt ist.
Auch die Staatsverschuldung hat sich unter der Präsidentschaft von Marcos deutlich erhöht. Als er Mitte 2022 das Amt übernahm, belief sich die nationale Verschuldung auf 12,79 Billionen Pesos. Bis Ende Mai 2026 stieg dieser Betrag auf 18,55 Billionen Pesos an, ein Zuwachs von fast 6 Billionen Pesos innerhalb seiner Amtszeit. Dieser Anstieg ist auf die fortgesetzte Abhängigkeit der Regierung von Krediten zurückzuführen, um Haushaltslücken zu schließen.
Ein wesentlicher Faktor ist dabei das Präsidialdekret Nr. 1177, das eine automatische Zuweisung von Mitteln für Schuldendienstzahlungen vorsieht. Während dies Gläubiger absichert, führt es dazu, dass die Rückzahlung von Schulden in direkter Konkurrenz zu essenziellen staatlichen Ausgaben für Bildung, Gesundheit und Landwirtschaft steht.
Die wirtschaftliche Lage wird zudem durch die Abwertung des Pesos erschwert. Die Schwäche der Währung erhöht die Kosten für den Schuldendienst im Ausland und mindert die Kaufkraft der Haushalte. Da die Philippinen etwa 31 Prozent ihrer Lebensmittel importieren, führen Wechselkursschwankungen unmittelbar zu steigenden Lebensmittelpreisen. Besonders einkommensschwache und mittlere Haushalte sind von dieser Entwicklung betroffen, da sie einen Großteil ihres Einkommens für lebensnotwendige Güter und Dienstleistungen aufwenden müssen.
Quellen
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