Proteste in Cebu vor der Ansprache des Präsidenten: Forderungen nach höheren Löhnen und Landreformen
EditUnmittelbar vor der fünften SONA von Präsident Ferdinand Marcos Jr. fand in Cebu City ein Protestmarsch statt. Hunderte Demonstranten zogen vom Provinz-Kapitol in Richtung der Innenstadt. An dem Protest nahmen verschiedene Gruppen teil, darunter Vertreter aus der Arbeiterbewegung, Bauern, Fischer, die städtische arme Bevölkerung sowie Studierende.
Der Protestmarsch begann gegen 9:00 Uhr und führte über den Fuente Osmeña Circle und den Osmeña Boulevard in Richtung der Colon Street. Die Demonstranten hatten sich kurz nach 8:00 Uhr am Kapitol versammelt. Die Organisation Bagong Alyansang Makabayan (BAYAN) Central Visayas und verbündete progressive Gruppen hatten den Protest organisiert. Laut Jaime Paglinawan, dem Vorsitzenden von BAYAN Central Visayas, war der Marsch ein Aufruf zu mehr Rechenschaftspflicht der Regierung.
Während des Marsches artikulierten die Demonstranten ihre Forderungen nach höheren Löhnen, Landreformen und mehr Rechenschaftspflicht der Regierung. Sie nutzten Plakate, um auch Forderungen nach dem Schutz der Reisindustrie sowie Kritik an der sogenannten „Bürokraten-Kapitalismus“ zu äußern. Vor dem Gebäude der Development Bank of the Philippines (DBP) hielten die Teilnehmer eine kurze Kundgebung ab, um ihre Ziele zu bekräftigen.
Besonders die Beschäftigten im Bereich der Business Process Outsourcing (BPO) äußerten Unmut über die aktuelle Lohnsituation. Kyle Enero, Präsident des BPO Industry Employees Network Cebu (Beyond Cebu), erklärte, dass die derzeitigen Gehälter nicht zum Überleben ausreichten. Er forderte die Verabschiedung einer Magna Carta für BPO-Arbeiter, die ein Einstiegsgehalt von mindestens 26.000 Pesos vorsieht. Enero kritisierte zudem die Arbeitsplatzunsicherheit durch künstliche Intelligenz sowie mangelnde Entschädigungen bei Naturkatastrophen.
Kleine Fischerverbände beteiligten sich ebenfalls an der Mobilisierung. Victor Lapaz von der Gruppe Panaghugpong sa Gagmayng Mananagat sa Sugbo wies auf die Bedrohungen durch Landgewinnungsprojekte und Steinbrüche hin, die lokale Gemeinschaften verdrängen könnten. Er berichtete über die Auswirkungen des El-Niño-Phänomens, wobei steigende Wassertemperaturen in der Nähe des CCLEX zum Sterben von Fischlarven führten. Lapaz rief die lokalen Behörden dazu auf, Schutzmaßnahmen gegen die erwartete Trockenperiode zu ergreifen.













